Gerade Witwe geworden, verlässt Shin-ae mit ihrem Sohn Jun die Metropole Seoul und zieht in eine Kleinstadt. Doch in der neuen Umgebung kann sie keine Kontakte knüpfen und fühlt sich zunehmend fremd und einsam. Lediglich der Junggeselle Jong-chan unternimmt zaghafte Annäherungsversuche. Dann trifft ein weiterer Schicksalsschlag die junge Witwe: Jun wird das Opfer eines kaltblütigen Mordes. Die verzweifelte Shin-ae sucht Trost in der Religion und schließt sich gläubigen Nachbarn an. Je mehr sie aber versucht, inneren Frieden zu finden, desto größer wird ihre Wut ...

Zugegeben: Mit fast drei Stunden Spieldauer ist dieses Werk des südkoreanischen Regisseurs Lee Chang-dong reichlich lang geworden, zumal der Hauptfigur hier permanent übel mitgespielt wird. Doch die stark aufspielende Hauptdarstellerin macht das Schicksal ihrer Figur fast schon physisch spürbar. So ist dies weniger ein Gesellschaftsdrama, als die Reise in die Seelenlandschaft einer zutiefst verletzten und verzweifelten Frau. Hauptdarstellerin Jeon Do-yeon wurde 2007 in Cannes für ihr bemerkenswert eindringliches Spiel als beste Darstellerin ausgezeichnet.

Foto: Rapid Eye Movies