In einem tristen Kaff irgendwo im Südosten von Arkansas leben die Brüder Son, Boy und Kid Hayes mehr schlecht als recht. Einst wurden sie von ihrem Vater, der ihnen von der Hass erfüllten Mutter als gewalttätiger Schläger und Trinker beschrieben wurde, verlassen. Nun ist der Vater, der sein Leben nach dem Weggang komplett änderte, wieder heiratete und vier weitere Söhne bekam, verstorben. Bei der Beerdigung ihres Vaters treffen die sieben Halbbrüder erstmals aufeinander. Als Boy schlecht über seinen Vater spricht und den Sarg bespuckt, ist dies der Auftakt zu einer sich immer weiter steigernden Spirale der Gewalt ...

Der in Little Rock/Arkansas geborene Regisseur und Drehbuchautor Jeff Nichols legt mit diesem Mix aus Rache-Thriller und klassischer Tragödie sein mehrfach ausgezeichnetes Regiedebüt vor. In eindrucksvollen Bildern abseits vom Hollywood-Mainstream lässt er sich Zeit, um den Zuschauer ein Gefühl für die Weite, aber auch die Tristesse des Bundesstaates im Süden der USA zu geben. Hier spielt Zeit eine andere Rolle als in der geschäftigen Großstadt, hier lässt man sich Zeit. Fast vorsichtig nähert sich Nichols seinen Protagonisten, die Dialoge sind knapp und treffend, die Geschichte in sich schlüssig und originell. Dazu kommen die durchweg guten darstellerischen Leistungen der zum größten Teil wenig bekannten Schauspieler. Besonders Michael Shannon als Son Hayes liefert eine Glanzleistung ab. Fazit: bestes US-Erzählkino, das unter die Haut geht und den Zuschauer stellenweise trauernd zurück lässt.

Foto: Fugu