Von aller Hektik der Welt unbeeindruckt, von Menschen so gut wie nie bewusst wahrgenommen, wandern sie friedlich auf leisen Sohlen umher: Schnecken Unter Büschen und Hecken, entlang von Wegen und Feldern, in Wäldern, auf Wiesen und in Gärten. Vorsichtig, aber auch stets bereit ür das eine oder andere waghalsige Kunststück, leben sie jenseits aller menschlichen Vorstellungen. Sie gleiten, sie klettern, und sie verharren - in ihrer Welt. Und doch kommen sie schneller voran als es uns der Volksmund glauben machen möchte ...

Der Filmemacher Sascha Seifert legt mit diesem Dokumentarfilm sein Langfilm-Debüt vor. Komplett im Stuttgarter Stadtwald in der Nähe des Produktionsbüros gedreht, zeigt Seifert das Leben der Schnecken. Seifert will seinen mit meditativer Musik unterlegten, kommentarlosen Schneckenfilm als Teil der weltweiten "Slow"-Bewegung verstanden wissen. Diese hat sich die die Entschleunigung der von Hast und Hektik geprägten modernen Gesellschaft zur Aufgabe gemacht. Bewusst wird darüber hinaus die Nachhaltigkeit des Films betont, so bildete Stuttgart das Zentrum der Aufnahmen und der Postproduktion. Alle Aufnahmen wurden in freier Natur gedreht, es wurden keine Studio-Szenen mit lebenden Tieren gedreht, nachgedreht oder Szenen gestellt, keinem Tier wurde während der Aufnahmen Schaden zugefügt. Allerdings muss sich der Regisseur die Frage gefallen lassen, wer sich ein derartiges Werk, das zwar über durchaus gelungene Bilder verfügt, in den Kinos anschauen soll?



Foto: Mouna (Barnsteiner)