Zeit macht nur vor dem Teufel halt, sang Anfang der Siebzigerjahre der britische Popsänger Barry Ryan, der mit seinem Hit "Eloise" weltberühmt wurde. Tatsächlich ist Zeit heute ein höchst wertvolles Gut, alle Welt schimpft über Zeitnot, obwohl uns moderne Kommunikationsmittel eigentlich reichlich Zeitersparnis bringen sollten. Doch eher das Gegenteil ist der Fall. Man hetzt von einem Termin zum nächsten, für die wirklich wichtigen Dinge wie Familie und Freunde hat der Mensch jedoch immer weniger Zeit. Doch wer oder was treibt diese Beschleunigung eigentlich an und ist sie ein gesellschaftliches Phänomen oder liegt das Problem nur im schlechten Zeitmanagment des Menschen?

Fragen über Fragen, die Grimme-Preisträger Florian Opitz ("Der große Ausverkauf") in seinem Dokumentarfilm, den er nach seinem im Herbst 2011 veröffentlichten Sachbuch "SPEED - Auf der Suche nach der verlorenen Zeit" inszenierte, nur unzureichend beantworten kann. Vielmehr ist sein in drei Kapitel aufgeteiltes Werk ("Familienfotos", "Die Suche", "Das Hamsterrad") ein oft unkommentiertes Sammelsurium an Meinungen und Lösungsansätzen. Opitz befragte dafür Zeitmanagement-Experten, Therapeuten und Wissenschaftler, die Ursachen und Auswirkungen der Zeitnot untersucht haben. Aber er lernt sogar Menschen kennen, die aus dem üblichen Zeitraster ausgestiegen sind.



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