Nachdem die junge India Stoker ihren Vater durch einen Autounfall verloren hat, ist sie erstaunt, dass zur Beerdigung der Bruder des Vaters auftaucht, dessen Existenz ihr bislang verschwiegen wurde. Der Grund: ihr Onkel Charlie war bislang in einer Nervenheilanstalt. Jetzt nistet er sich bei Witwe und Tochter seines Bruders ein und umgarnt beide. India kommt der Onkel mehr und mehr verdächtig vor. Ihr seltsames Gefühl erweist sich als berechtigt. Denn als sie von einem Mitschüler sexuell bedrängt wird, wird Charlie zum Mörder. Mehr und mehr beschleicht India das Gefühl, dass Charlie auch ihren Vater auf dem Gewissen hat – und dass er vielleicht sogar noch mehr Leichen im Keller hat ...

Das US-Debüt des koreanischen Regisseurs Park Chan Wook ("Joint Security Area", "Oldboy", "Lady Vengeance") erinnert über weite Strecken an Hitchcocks "Im Schatten des Zweifels", zumal Chan Wook das Vorbild stellenweise auch fröhlich zitiert. Mit starken Bildern (etwa der Übergang von den Haaren zum Schilfgürtel), guten Darstellern und einem bemerkenswerten Drehbuch, das erstaunlicherweise lange auf Eis lag, gelang dem Koreaner ein ungewöhnlicher, weil ungemein doppelbödiger Thriller im alten Stil. Im Finale gehen ihm zwar ein wenig die Pferde durch, was aber den guten Gesamteindruck nur minimal schmälert.



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