Tja, und noch ein Film, der sich mit den "golden Seventies" beschäftigt: 1977 treibt im heiß-schwülen, sommerlichen New York ein Serienkiller sein blutiges Unwesen. Er nennt sich selbst "Son Of Sam" und tötet wahllos, meist aber hübsche Blondinen. Während vigilante Bürgertrupps und Mafiosi selbst dem Killer das Handwerk legen wollen, gerät das Ehepaar Vinny und Dionne in eine tiefe Krise. Vinny ist ein überdrehter Disko-Gänger, der von keiner Frau die Finger lassen kann. Als Vinnys Freund Ritchie - ein strippender Punk, der auch Pornos dreht, um zu überleben - in den Verdacht gerät, der meuchelde Sam zu sein, bedeutet dies für den frustrierten Vinny einen großen Konflikt: Soll er Ritchie ans Messer liefern oder ihm helfen ...

Auch wenn Spike Lee in seinem atmosphärisch dichten Drama passende Bilder zu der damaligen Polarisierung von Disko und Punk findet, letztendlich erzählt er hier zuviel, spannt einen zu großen Bogen und bewegt sich zu offensichtlich auf den Pfaden eines frühen Martin Scorsese. Obwohl einige Szenen durchaus fesseln, nervt die Detailverliebtheit und die häufigen Abstecher in andere Geschichten auf Dauer doch. Denn durch seinen episodenhaften Charakter bleibt vieles nur an der Oberfläche. Wer aber an den Siebzigern interessiert ist, kann hier einiges erfahren: Massenauflauf vor der berüchtigten New Yorker Disko "Studio 54", Orgie im ebenso verruchten Sexclub "Plato's Retreat" und Punk im "CBGB's". Dies alles hat Lee hier halbwegs authentisch rekonstruiert.

Foto: Kinowelt