Eigentlich führt Katrine im Schosse ihrer Familie ein glückliches Leben. Doch niemand ahnt, dass sie ein dunkles Geheimnis birgt. Denn die einstige DDR-Spionin war das Produkt der Lebensborn-Philosophie der Nazis. Die hatten, um die arische Nation zu verbessern, aufrechte Soldaten würdige Frauen schwängern lassen. In Katrines Fall war dies ein Deutscher und eine Norwegerin. Nach Ende des Krieges wuchs sie von der leiblichen Mutter getrennt in einem deutschen Kinderheim auf. Jetzt hat sich der Anwalt Sven Solbach solcher "Kindesvergehen" angenommen und glaubt, in Katrine und ihrer Mutter die perfekten Opfer für derlei Vergehen gegen die Menschlichkeit zu haben. Doch je mehr sich Solbach mit Katrines Geschichte beschäftigt, desto mehr stellt sich heraus, dass sie von einem dubiosen Lügenkonstrukt umgeben ist ...

Wäre in diesem Film von Regisseur Georg Maas ("NeuFundLand") nach Hannelore Hippes Roman "Eiszeit" eine klare Linie erkennbar, wäre ihm vielleicht ein spannendes Stück Vergangenheitsbewältigung über perfide Machtmissbräuche gelungen (zumal es etwa die Tschechen mit "Lebensborn - Gestohlene Liebe" vorgemacht haben). Doch enorme Lücken bzw. nicht nachvollziehbare Sprünge und eine Menge unfassbar flacher Klischees sorgen hier eher für Verdruss denn bildende Unterhaltung. Die mitunter miserable Umsetzung ärgert zusätzlich. Da fragt man sich, warum dieses deutsche Werk für den Oscar ins Rennen geschickt wurde?



Foto: Farbfilm/Tom Trambow