Hier klingt nur die Theorie gut: Nach den Verantwortlichen von Gentechnik-Konzernen und Agrar-Industrie sei die Ernährung der Menschheit für alle Zeiten gesichert. Valentin Thurn jedoch glaubt solchen Versprechen nicht. Der Filmemacher ("Taste The Waste") kennt die Fakten: Hunger ist schon längst ein Riesenproblem auf der Welt, das sich mit der explodierenden Bevölkerungszahl noch drastisch verschärfen wird. In seinem Kino-Dokumentarfilm "10 Milliarden - Wie werden wir alle satt?" (2015), den das Bayerische Fernsehen nun zeigt, forscht Thurn nach den Ursachen des Hungers und beschäftigt sich mit der Frage, wie er wirksam bekämpft werden kann. Nicht nur in der Zukunft, sondern schon jetzt.

Valentin Thurn präsentiert den Film als Ich-Erzähler und reist, mit einer gesunden Portion kritischer Neugier ausgestattet, um den Globus. Dabei nähert er sich seinem Thema mit Engagement, allerdings nicht unvoreingenommen. Thurn gilt immerhin auch als Aktivist und setzt sich persönlich für Nachhaltigkeit und gegen Verschwendung ein. So ist er auch Mitbegründer der Online-Plattform foodsharing.de, die Verbrauchern und Händlern die Möglichkeit gibt, überschüssige Lebensmittel kostenlos anzubieten oder abzuholen. Der Mann hat also eine Agenda, die er mit beruhigender Erzählstimme und suggestiver Cleverness verfolgt.

In seinem Film besucht er unter anderem eine Gemüsekooperative in den USA, Kleinbauern und eine Riesenfarm in Afrika sowie industrielle Nahrungserzeugung in Japan. Dass Hybrid-Pflanzen, künstlicher Dünger oder Fleisch aus dem Labor einen weltweiten Hunger verhindern könnnten, hält er für unwahrscheinlich.

Der Film ist ein flammendes Plädoyer für Unabhängigkeit von Lebensmittelkonzernen, für Nachhaltigkeit und Demut und zeigt auch viele Lösungsansätze. Lokal handeln und global denken, so lautet Thurns Devise. Sein Fazit: "Ich wünsche mir, dass Menschen vor ihrer eigenen Haustür nach Lösungen suchen und sich im Einkauf auf regionale Produkte besinnen."


Quelle: teleschau – der Mediendienst