Krieg im Schützengraben. Einer der Schurken von Downton Abbey, der Diener Thomas, streckt die Hand aus dem Loch: Schuss, Treffer, Verwundung – für den weiteren Krieg ist Thomas wunschgemäß untauglich.
Er darf nach Hause und dafür sorgen, dass es auch auf dem Schloss von Lord und Lady Grantham  abgründig zugeht, ohne Kugeln zwar, aber voller Gemeinheit.
Die britische Serie Downton Abbey wird nach unangemessen langer, nämlich einjähriger Pause im ZDF fortgesetzt. Wiederum wie schon letzte Weihnacht nur am Nachmittag. Was soll man von dieser Programmplanung halten? Es handelt sich immerhin um die von Kritikern meistgelobte Fernsehserie aller Zeiten; als solche hat sie Eintrag im Guinness Buch der Rekorde gefunden.
Während der zu jeder Intrige bereite Thomas die englische Landluft genießt, steht Matthew Crawley an der Front. Er ist noch nicht Herr über das sandsteinfarbene, in einem verkappten Renaissance-Stil erbaute Schloss, soll es aber werden. Die Granthams haben drei Töchter. Ein möglicher männlicher Erbe hätte ihnen das Anwesen erhalten. Doch fällt das ungeborene Kind einem Anschlag der Zofe O’Brien zum Opfer; auch sie ist der Schurkenseite zuzurechnen.
Matthew Crawley, Cousin 3. Grades und bürgerlicher Anwalt, ist auf das Erbe nicht sonderlich erpicht. Ein Schloss mit 300 Zimmern und jeder Menge Land, das stülpt sein Leben um. Wenn sich nur Mary, älteste Tochter der Granthams, für Matthew erwärmen könnte ... Eine Verbindung von Grantham-Adel und frischem Bürgermut wäre die Lösung aller Probleme.
Aber Mary zickt, und als sie endlich doch ihre Gefühle für Matthew entdeckt, ist es (fast) zu spät. Verwundet kehrt er aus dem Krieg zurück. Splitter in der Wirbelsäule, gelähmt, vermutlich zeugungsunfähig.
Downton Abbey wird von deutscher Kritik oft fahrlässig mit dem Etikett "Kostüm-Drama" versehen. Dabei wurden Mode und Dekor selten so dezent folgerichtig eingesetzt wie in diesem Geschichtspanorama, in dem sich Zeit und Schicksal vermählen.
Erzählt wird vom rapiden Wandel in den Geschlechter- und Gesellschaftsrollen. Der Krieg als Umwälzmaschine, nicht nur in den Schützengräben.
Müßig zu sagen: Das sollte man gesehen haben! Vergleichbares wurde im deutschen Fernsehen nie produziert. Wem der ZDF-Termin zu früh ist: Ab 20. Dezember 2013 wird Downton Abbey bei ZDFneo gezeigt, dort um 20.15 Uhr.