In "Downton Abbey" dreht sich alles um den Alltag der aristokratischen Familie Crawley - Lord und Lady Grantham und deren drei Töchter Mary, Edith und Sybil. Lug und Trug, Liebe und Intrigen zwischen Dienern und Herren sowie exzellente Darsteller und die fulminante historische Inszenierung machen die Serie sehenswert.

Das Intrigen- und Geschichtengerüst rund um die englische Adelsfamilie Crawley zu Anfang des 20. Jahrhunderts wurde 2010 von Julian Fellowes konzipiert. Kostümdramen – obwohl es ein Fehler wäre "Downton Abbey" auf dieses Wort herabzudefinieren – liegen Julian Fellowes im Blut. 2001 schrieb er bereits das Drehbuch zu "Gosford Park", 2004 folgte das Skript für "Vanity Fair - Jahrmarkt der Eitelkeit" und 2009 fungierte er als Drehbuchautor für den britischen Historien- und Liebesfilm "Young Victoria". Fellowes erwies sich also schon mehrfach als der ideale Vorlagenlieferant für historische Themen. So auch bei "Downton Abbey", wofür Fellowes u.a. mit einem Emmy-Award ausgezeichnet wurde.

Historischer Hintergrund als Gerüst

Am 14. April 1912 sinkt die Titanic. Mit an Bord: Patrick, ein entfernter Cousin von Robert und Cora, Lord und Lady Grantham. Ursprünglich sollte Patrick Lady Mary, die älteste Tochter des Grafenpaares, heiraten, um den Namen fortzuführen und das Anwesen Downton Abbey in Familienbesitz zu belassen. Nach Patricks Tod ist nun der mittelständische Anwalt Matthew Crawley aus Manchester der nächste in der Erbfolge und der designierte Gatte von Lady Mary…

Das ist grob erzählt die Ausgangssituation für die Erfolgsserie "Downton Abbey", die es von 2010 bis 2015 auf insgesamt 52 Folgen in sechs Staffeln brachte.

Die erste Staffel endet mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs. Der November 1916 ist das Startdatum für die zweite Staffel, die den Ersten Weltkrieg thematisiert, das Ende des Krieges und dessen Nachwirkungen darstellt. Staffel drei spielt zu Beginn der 1920er Jahren. Über Staffel vier und Staffel fünf wird der Erzählbogen bis ins Jahr 1925 (Staffel sechs) gezogen.

Exzellente Darsteller

Die Geschichten rund um Lord und Lady Grantham funktionieren unter anderem so gut, weil die einzelnen Darsteller eine exzellente Leistung abliefern. Sei es Hugh Bonneville, der den Part als Robert Crawley (Lord Grantham) übernahm und ihn mit all seinem starken Verantwortungsgefühl für seine Familie, aber auch für die ihm anvertraute Dienerschaft, glaubhaft und ausdrucksstark auf den TV-Bildschirm brachte. Sei es Elizabeth McGovern, die ebenso exzellent den Part als Cora Crawley (Lady Grantham) spielte. Aber auch die drei Darstellerinnen - Michelle Dockery, Laura Carmichael und Jessica Brown Findlay - die Lord und Lady Granthams Töchter (Mary, Edith und Sybil) mimen, passen sich der historischen Umgebung und der historischen Kleidung perfekt an. Und über all dem agiert Maggie Smith als das alte "Schlachtross" der Familie Crawley, als Lady Violet.

Die gesamte Geschichte, die sich um Lord Grantham (Hugh Bonneville) rankt, ist mit einer bemerkenswerten Detailverliebtheit umgesetzt worden. Das Konstrukt aus Intrigen und Liebe, Lug und Trug, die Episoden rund um Lord und Lady Granthams Töchter Mary, Edith und Sybil, die Konflikte mit den Bediensteten und vieles mehr, all das wurde von den Schöpfern der Serie in den historischen Kontext gebracht und höchst sehenswert umgesetzt.