Karriereknick

Kein Erfolg nach DSDS-Sieg: Menowin Fröhlich zieht Konsequenzen

24.09.2026, 13.14 Uhr
Menowin Fröhlich gewann 2026 das RTL-Format "DSDS", doch der Durchbruch blieb aus. Jetzt spricht er über Frust, das Label-Aus und einen Neustart mit seinem Großcousin Sido.
Kandidat Menowin Fröhlich gewinnt das Finale der 22. Staffel der deutschen Gesangs-Castingshow 'Deutschland sucht den Superstar' (DSDS) in den MMC-Studios. Köln, 09.05.2026
Statt des großen Durchbruchs als "Deutschlands Superstar" hält das Jahr 2026 für Menowin Fröhlich zurückgewonnene Familienbande, kreativen Freiraum und Gastauftritte im Weihnachtszirkus bereit.  Fotoquelle: picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Nach drei Anläufen hat er es endlich geschafft: Im Mai 2026 gewann Menowin Fröhlich (38) die 22. Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" - mit 56,52 Prozent der Zuschauerstimmen und 100.000 Euro Preisgeld. Doch die erhoffte Karriere im Anschluss kam nicht in Gang. Wenige Monate später zieht der neunfache Vater ein ernüchtertes Fazit: Es fehlte an Unterstützung. Nun setzt er auf neue Pläne, unter anderem mit seinem Großcousin Sido (45).

Menowin Fröhlich: Vom Problemkind zum "DSDS"-Sieger

Menowin Fröhlich kam 1987 in München zur Welt und wuchs in einer Sinti-Familie auf. Schon als Jugendlicher stand er auf der Bühne, wobei zusätzlich Drogenkonsum und Straftaten sein Leben bestimmten. 2005 nahm er erstmals an "DSDS" teil, musste aber wegen eines Haftbefehls aussteigen. Fünf Jahre später galt er im Finale als Favorit, wurde jedoch hinter Mehrzad Marashi (46) nur Zweiter.

Dass er ein drittes Mal zurückkehrte, hat eine eigene Geschichte. Ursprünglich wollte Menowin bloß seine Tochter zum "DSDS"-Casting begleiten. Mehreren Berichten zufolge hatte ihn jedoch Dieter Bohlen (72) persönlich ermuntert, es noch einmal zu versuchen. Im Laufe der Staffel bezeichnete Bohlen ihn wiederholt als den stärksten Kandidaten und sprach von einer verdienten zweiten Chance.

Manipulationsvorwürfe: Wirbel um den Sieg

Noch vor dem Finale wurde in sozialen Netzwerken über eine mögliche Bevorzugung diskutiert. Viele bemängelten, dass Bohlen Menowin auffallend stark unterstütze und öffentlich lobe. Es wurden Spekulationen laut, dass angeblich eine Wette zwischen Bohlen und Bushido (47) auf den Ausgang des Finales laufe und die Entscheidung längst feststehe.

Bohlen wies alle Vorwürfe zurück. Das Voting sei fair verlaufen, ein Notar sei anwesend gewesen, und an der Show sei "nichts fake". Auch Menowin bestritt Absprachen mit RTL; seine Teilnahme sei nicht geplant gewesen. Stichhaltige Belege für eine Manipulation wurden nicht gefunden, so dass es letztlich bei den Spekulationen blieb.

Warum der musikalische Durchbruch ausblieb

Menowins Siegersingle "Mercy On Me" schaffte es nicht in die deutschen Top 100. Danach erschien nichts mehr von ihm, auch kein Album. Einen musikalischen Auftritt habe es nach dem Finale laut Menowin ebenfalls nicht gegeben.

Im September 2026 sprach er über seine Enttäuschung: Er habe sich von seinem Sieg deutlich mehr versprochen und sei erstaunt gewesen, wie wenig Unterstützung er nach der Show erfahren habe. Der Kontakt zu Dieter Bohlen sei nach dem Finale weitgehend abgerissen. Bohlen erklärte dazu später, er habe keine Zeit, sich dauerhaft um Menowins Karriere zu kümmern.

Label-Trennung und Kritik am Umfeld

Die drastischste Konsequenz seines Misserfolgs stellte sich mit der Trennung zwischen Menowin und dem Label "Embassy of Music" ein: Im September 2026 wurde die Zusammenarbeit durch einen Aufhebungsvertrag beendet. Öffentlich beklagte Menowin fehlende Strukturen. Nach seinem Sieg habe sich kein professionelles Management gezielt um seine Karriere gekümmert.

Zugleich äußerte er, die Trennung gebe ihm seine kreative Freiheit zurück. Künftig wolle er selbst bestimmen, mit welchen Produzenten er arbeite, welche Musik er mache und was erscheine. An seine musikalischen Fähigkeiten glaube er ungeachtet der Rückschläge weiterhin.

Sido und Menowin: Schluss mit der Funkstille

Abseits der "DSDS"-Show hat sich tatsächlich etwas bewegt: Menowin und sein Großcousin Sido haben sich angenähert. Jahrelang herrschte zwischen den beiden Funkstille, obwohl Sido ihm früher mehrfach seine Unterstützung angeboten haben soll. Menowin gestand ein, dass gemeinsame Projekte unter anderem an seinem damaligen exzessiven Lebensstil gescheitert wären.

2026 fand offenbar eine Versöhnung statt. Menowin soll auf Sidos Album "Frieden" vertreten sein, das voraussichtlich Ende November erscheinen wird. Ob aus der Zusammenarbeit ein gemeinsamer Song hervorgehen wird, oder es bei einer Beteiligung am Titelsong bleibt, war zuletzt noch offen. Für Menowin ist es nach eigenen Worten mehr als ein Musikprojekt: Er empfindet es als einen Neuanfang innerhalb der Familie.

Zurück auf der Bühne: der Erfurter Weihnachtszirkus

Im Dezember 2026 könnte Menowin als musikalischer Gast bei rund 20 Vorstellungen des Erfurter Weihnachtszirkus auftreten. Sollte sich diese Perspektive bewahrheiten, wären das seine ersten nennenswerten Live-Auftritte seit dem "DSDS"-Sieg und seiner anschließenden "Bauchlandung".

Der erhoffte, geradlinige Erfolg durch seinen Titel als "Deutschlands Superstar" ist bisher nicht in Sicht. Für Menowin Fröhlich ist das jedoch kein Grund, den Kopf hängen zu lassen: Er setzt derzeit auf die Zusammenarbeit mit seinem Großcousin Sido, mehr kreativen Gestaltungsspielraum und Gastauftritten im Weihnachtszirkus, um seine Karriere unabhängig von einer Casting-Show voranzubringen.

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