Schmerzhafte Erinnerungen

"Rosenheim-Cops"-Star Karin Thaler über schwere Jahre: "Immer gestrahlt am Set"

31.07.2026, 10.25 Uhr
Hinter dem bekannten TV-Lächeln verbargen sich lange Sorgen, Schulden und ein schmerzhafter Konflikt. Heute verarbeitet die Darstellerin diese Zeit auch in einem Buch.
Schauspielerin Karin Thaler aufgenommen in der MDR-Talkshow am 24.04.2026
Schauspielerin Karin Thaler   Fotoquelle: picture alliance / dpa | Kirsten Nijhof

Die beliebte Schauspielerin Karin Thaler steht bereits seit 24 Jahren für "Die Rosenheim-Cops" vor der Kamera und begeistert als Marie Hofer ein breites Publikum. Seit der ersten Stunde ist sie in der Serie zu sehen, doch auch abseits ihrer Rolle ist sie ein bekanntes Gesicht im deutschen Fernsehen und war bereits in Formaten wie "Das Traumschiff- Südsee", "Der Bergdoktor", "Hubert und Staller" oder "Heimkehr mit Hindernissen" zu bestaunen.

Karin Thaler privat: Die Spielsucht ihrer Mutter belastete sie schwer

Während Thaler selbst als Schauspielerin erfolgreich ist und sich in ihrem Beruf einen Namen macht, sieht es privat nicht so "rosig" für die heute 61-Jährige aus. Große Sorgen macht sie sich um ihre Mutter, als ihr Leben in eine komplette Schieflage gerät: Über Jahrzehnte häufte sie Schulden an, hat Geld unterschlagen und sogar einen Supermarkt erpresst, woraufhin sie zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde. Das Verhalten ihrer Mutter hatte nicht nur Konsequenzen für sie selbst, sondern auch für Tochter Karin, wie sie offenbart.

"Rosenheim-Cops"-Star Karin Thaler: Fast 200.000 D-Mark Schulden

In den 1990ern erhielt Thaler einen Brief einer Arbeitskollegin ihrer Mutter, wodurch sie erfährt, dass ihre Mutter an ihrem Arbeitsplatz rund 193.000 D-Mark unterschlagen hat. Das tat sie, um mit dem gestohlenen Geld ihre Spielschulden begleichen zu können. Für Thaler selbst war es ein großer Schock, wie sie in einem Interview bei "hallo Deutschland" verriet: "Das war wie ein Messerstich ins Herz und das war nicht zu fassen, nicht zu glauben, weil man gedacht hat, da geht es um jemand ganz anderen. Das kann doch nicht ich sein, das können doch nicht wir sein, wir mit dieser Liebe in unserer Familie."

Karin Thaler führte jahrelang ein geheimes Doppelleben

Ihre Mutter unterstützte Thaler, indem sie eine Bürgschaft für diese übernahm. Bald konnte sie dieser aber nicht mehr nachkommen und ihre Mutter war verpflichtet, das Geld zu beschaffen. Unter Druck erpresste sie dann einen Supermarkt um 5 Millionen D-Mark. Bei der Übergabe der ersten 2 Millionen wurde sie dann verhaftet und inhaftiert.

Eine emotionale Ausnahmesituation, wie die Schauspielerin weiter erzählt: "Dann habe ich so ein kleines Doppelleben geführt. Immer gestrahlt am Set. Immer so getan, als wäre ich das Glückskind, der Sonnenschein. Aber in mir drin hat es einfach ganz anders ausgeschaut. Also das hat mich zwar auch viel Kraft gekostet, aber auch stark gemacht."

Karin Thaler verarbeitet ihr Doppelleben in "Stark, weil ich stark sein musste"

In ihrem Buch "Stark, weil ich stark sein musste" verarbeitet sie nun ihre schmerzhaften Erinnerungen. Eine Art Therapie, um sich die ganze Last einmal von der Seele zu schreiben: "Ich denke mir, mein Gott, was hast du alles durchgemacht und mitgemacht, warum hast du das alles zugelassen und jetzt ist es wie eine Therapie."

Mit ihrem Buch möchte sie aber keinesfalls mit ihrer Mutter abrechnen, sondern gewisse Dinge aufarbeiten und insbesondere die Beziehung zu ihrer Mutter, die 2022 an Krebs starb, reflektieren. Sie hege keinen Groll, sondern habe ihrer Mutter vergeben und Frieden gefunden: "Tatsächlich habe ich meine Mama mein ganzes Leben lang mehr geliebt als alles andere und alle anderen. Sie war die Liebe meines Lebens."

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