Pflege am Limit

"Und wer fragt nach mir?": Alle Infos zur heutigen Reportage mit Caren Miosga

26.10.2026, 06.45 Uhr
In ihrer ARD-Doku "Und wer fragt nach mir?" zeigt Caren Miosga die Herausforderungen pflegender Angehöriger und erzählt dabei auch ihre eigene Familiengeschichte.

Die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland nimmt zu und wird aufgrund des demografischen Wandels in den kommenden Jahrzehnten weiter steigen. Umso dringlicher ist die Frage, wer sich um die Menschen kümmert, die ein würdevolles Leben abseits der Leistungsgesellschaft verdient haben. Neben Pflege- und Seniorenheimen geschieht das vor allem in den eigenen vier Wänden: 85 Prozent der Pflegebedürftigen werden dort versorgt. Rund zehn Millionen Angehörige pflegen zu Hause. Viele von ihnen befinden sich am Ende ihrer Kräfte, wie nun auch die ARD-Doku "Und wer fragt nach mir?" eindrücklich zeigt. Moderatorin Caren Miosga begleitet einige von ihnen bei ihrem alltäglichen Kraftakt und berichtet zudem von Herausforderungen in ihrer eigenen Familie. Welche Herausforderungen müssen Pflegende meistern – und wie können die Pflegebedingungen hierzulande künftig verbessert werden?

ARD
Und wer fragt nach mir?
Reportage • 26.10.2026 • 20:15 Uhr

Nachdem sich Jessy Wellmer in einer Reportage zuletzt mit dem deutschen Beamtentum und dessen Modernisierung beschäftigt hatte, widmet sich ihre "Tagesthemen"-Vorgängerin Miosga ebenfalls im Rahmen der ARD-Themenwoche "Wie reformfähig ist Deutschland?" nun der Frage, was in Sachen Pflege schiefläuft. Während Expertinnen und Experten einordnen, welche gesellschaftliche Tragweite das Thema mit Blick auf die alternde Gesellschaft und die anstehende Pflegereform besitzt, stellt der 45-minütige Film vor allem die Betroffenen und ihre individuellen Schicksale ins Zentrum. Caren Miosga trifft Menschen, die oft ungesehen enorme Arbeit leisten – bisweilen fast 50 Stunden in der Woche, ohne Pause, ohne Entlohnung, ohne Hilfe und unter enormer Belastung.

Pflegende Angehörige am Rande der Erschöpfung

Die Reportage mit dem Untertitel "Pflegende Angehörige am Rande der Erschöpfung" begleitet Betroffene in die intimen Sphären ihres Zuhauses und lässt sie ausführlich zu Wort kommen. Bisweilen berichten sie drastisch von ihren Erfahrungen: "Ich war so am Ende, dass ich in dem Moment überlegt habe, ob ich jetzt einfach vom Balkon 'runterspringe. Und dann hat es ein Ende", erzählt etwa Angelina Kusterer. Jahrelang pflegt sie beide Eltern, kündigt dafür ihre Arbeitsstelle und verzichtet auf eigene Bedürfnisse. Auch Jürgen Mehl pflegt seit Jahren seine Frau und gerät dabei an seine Grenzen: "Der Gedanke daran, dass ich es irgendwann nicht mehr schaffe, lässt mich verzweifeln."

Exemplarisch zeigen die Protagonisten, was tagtäglich für Millionen Menschen hinter verschlossenen Türen Realität ist: Opferbereitschaft bis zur Erschöpfung, Belastung bis zur Verzweiflung. Sie beschreiben, wie sich ihr Leben verändert hat, seit sie ihre alten oder kranken Angehörigen pflegen. Neben der Selbstaufgabe gibt es natürlich auch viel Nähe und viele schöne Momente. Und doch: Wie es ihnen eigentlich geht, so der titelgebende Tenor, werden sie selten gefragt. Dabei sind diese Menschen für das deutsche Pflegesystem eine entscheidende Stütze: Weder sind genügend Kapazitäten in Heimen und bei Pflegediensten vorhanden, noch wäre eine flächendeckende Versorgung allein darüber finanzierbar. Kurz gesagt: Die Versorgung von Pflegebedürftigen ist auf die Pflege durch Angehörige schlicht angewiesen.

Caren Miosga spricht über Pflege in der eigenen Familie

Auch Caren Miosga hat nicht nur einen journalistischen Zugang zum Thema Pflege, das für sie "nicht irgendeines, sondern ein ganz persönliches" sei, wie sie sagt. Denn auch sie habe gemeinsam mit ihren Geschwistern vor wichtigen Entscheidungen gestanden, als ihre Mutter mehr Pflege benötigte und ihr Mann, der sie zu Hause pflegte, an seine Grenzen geraten sei. "Viele der Fragen und Probleme, die in diesem Film zur Sprache kommen, kenne ich von zu Hause", berichtet die 57-Jährige.

Diese Fragen wiederholen sich – und immer mehr Menschen müssen sie sich stellen: Wie wird man den eigenen Eltern gerecht? Was kommt auf pflegende Angehörige zu? Welche Belastung kann man zu Hause über welchen Zeitraum stemmen? Damit verbunden sind die großen, übergreifenden Fragen, die uns als Gesellschaft betreffen: Welche Pflege wollen wir für die älteren Generationen? Wie kann man in Würde altern? Welche Unterstützung brauchen die Pflegenden? Und welche Reformen und Veränderungen wären dafür nötig?

"Und wer fragt nach mir?" in der ARD-Mediathek

Die Reportage "Und wer fragt nach mir? Pflegende Angehörige am Rande der Erschöpfung" ist bereits in der ARD-Mediathek abrufbar.

Und wer fragt nach mir? – Mo. 26.10. – ARD: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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