Streaming-Highlights

Ein "Haustausch" mit ungeahnten Folgen: Das sind die Streaming-Tipps der Woche

24.10.2026, 10.00 Uhr
Eine romantische Urlaubsreise entpuppt sich in der Netflix-Psychothrillerserie "Der Haustausch" als Albtraum. Der einstige "Bibi und Tina"-Star Lisa-Marie Koroll zeigt sich im Amazon-Film "Drive – The Pretender" derweil von einer neuen Seite. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.

"Haustausch" – der Titel der neuen schwedischen Netflix-Miniserie dürfte so manchen Filmfan sogleich an den modernen Weihnachtsklassiker "Liebe braucht keine Ferien" denken lassen, jene romantische Komödie, in der Kate Winslet ihr kuscheliges Cottage auf dem englischen Land gegen die Villa von Cameron Diaz in Hollywood tauscht, woraufhin beide Frauen die große Liebe finden. Mit Romantik ist es in der vierteiligen Psychothrillerserie (Drehbuch: Amanda Högberg und Axel Stjärne, Regie: Kasper Barfoed) nach dem Bestseller von Stefan Ahnhem jedoch nicht weit her. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.

"Haustausch" – Netflix

Carl (Fares Fares, "Erbarmen") und Helene (Frida Gustavsson, "Vikings: Valhalla") wollen ihr Traumhaus im Stockholmer Schärengarten für ein paar Urlaubswochen gegen das von Adam (Jakob Oftebro, "Hamilton") und Scarlett (Emma Appleton, "The Witcher") in Sizilien tauschen. Ob es nicht seltsam sei, dass sie die Besitzer ihres Feriendomizils gar nicht kennen, fragt Scarlett Adam zu Beginn der neuen Psychothrillerserie "Haustausch" (ab Freitag, 30. Oktober, Netflix) ein wenig besorgt. Das sei doch gerade das Besondere an einem Haustausch, entgegnet Adam: in einem Traumhaus zu leben, ohne die Besitzer treffen zu müssen. Carl und Helene wiederum freuen sich in Italien auf ihren letzten Urlaub zu zweit mit jeder Menge Dolce Vita, ehe ihr erstes Kind zur Welt kommt.

Doch der englische Titel der Serie verrät es bereits: "A Couple of Lies" – auf Deutsch zweideutig "Ein paar Lügen", aber auch "Ein Paar voller Lügen" – werden die anfängliche Romantik schon bald im Keim ersticken. Beide Häuser scheinen Geheimnisse ihrer Besitzer zu bergen, Betrügereien und Affären, die die beiden Traumurlaube zum Urlaubsalbtraum umkehren.

Je mehr die Paare ihre vorübergehenden Domizile erkunden, desto mehr Erschreckendes fördern sie zutage. Scarlett entdeckt in der Küche etwa eine Überwachungskamera – beobachten ihre Tauschpartner sie? Bei Carl und Helene in Sizilien wiederum steht, kaum angekommen, die Polizei vor der Tür und fragt die beiden nach einem Alibi ...

"Das Geschenk" – Netflix

Der neueste deutsche Netflix-Streich "Das Geschenk" (ab Freitag, 30. Oktober, abrufbar) von Drehbuchautor Ben Brooks und Regisseurin Vanessa Jopp ist wahrlich keine Schachtel Pralinen, sondern wie ein Präsent, bei dem man schon vor dem Auspacken weiß, was es ist, weil man es bereits zigmal in abgewandelter Form geschenkt bekommen hat.

Dass die reichlich klischeebeladene Komödie dennoch immer wieder ehrlich lustige Momente hat, liegt vor allem an Heiner Lauterbachs trockenen Kommentaren und Sprüchen als Opa Hans ("Früher haben wir uns erst Sorgen gemacht, wenn ihr geblutet habt") und dem alle Register ziehenden Edin Hasanović als reicher Banker-Proll und Hans' Sohn Timo. Dessen Schwester, die alleinerziehende Marlene (Jeanne Goursaud), plant in Timos Villa den perfekten Kindergeburtstag für ihren Sohn Theo (Levin Wopp). Da der Junge in der Schule gemobbt wird, möchte sie bei der Feier auch die Vorsitzende des Elternbeirats (Berit Künnecke) für sich gewinnen. Angesichts der alles andere als rund verlaufenden Fete erreichen Marlenes Bemühungen jedoch zunehmend das Gegenteil.

Für ganz besonderen Zündstoff sorgt allerdings Timo mit seinem titelgebenden Geschenk. Tatsächlich rasten alle Kinder vor Begeisterung aus, als Theo ein Spielzeuggewehr aus der Verpackung zieht. Nur das Entsetzen der Erwachsenen ist noch größer. Allein Timo versteht, neben den Kindern, die Aufregung nicht: "Jungs stehen auf Krieg und Gewalt!" In der Folge entspinnt sich ein Reigen verbaler Schlagabtausche, wie man sie von anderen deutschen Komödien bestens kennt: über moderne Erziehungsmethoden und Lebensentwürfe, vermeintlich "woke" Menschen, die gendern und auf Political Correctness bestehen sowie typische Mann-Frau-Stereotype.

"Nocturne" – Apple TV

Jurek Walter (Stephen Graham) braucht keine Axt, er braucht kein Messer, keine Pistole. Jurek Walter nutzt seine Stimme. Erstaunlich sanft dringt sie in Köpfe ein und bringt Menschen dazu, unfassbare Dinge zu tun. Grausame Dinge, abscheuliche Dinge. Obwohl der Serienkiller bereits gefasst ist und in einer gesicherten Abteilung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, gehen seine Grausamkeiten weiter: Es ist zutiefst beunruhigend, was ab Freitag, 30. Oktober, in der Psychothriller-Serie "Nocturne" bei Apple TV zu sehen ist. Für schwache Nerven ist die perfide Umkehr des Katz-und-Maus-Spiels jedenfalls nichts.

Der Täter ist gefasst, der Fall geklärt, und doch ist die Gefahr nicht gebannt: "Nocturne" ist anders als andere Serienmördergeschichten – bedrohlicher, erschütternder, voller schleichendem Gift. Die Serie basiert auf dem Roman "Sandmann" von Lars Kepler: Hinter dem Pseudonym verbirgt sich das schwedische Ehepaar und Schriftsteller-Duo Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril. Für die Verfilmung wurde die Handlung von Schweden nach Pennsylvanias verlegt. Als dort ein totgeglaubtes Opfer von Jurek Walter plötzlich völlig verstört auftaucht, ruft das den pensionierten Ermittler Jonah Lynn (Liev Schreiber) auf den Plan. Er hatte einst dazu beigetragen, Jurek hinter Gitter zu bringen – und ist überzeugt davon, dass der Psychopath einen Komplizen hat und aus seiner Zelle heraus die Fäden zieht.

Jetzt will Lynn unbedingt das letzte vermisste Opfer finden. Doch ein Gegenspieler wie Jurek Walter erfordert drastische Maßnahmen: Lynns Quasi-Ziehtochter Saga Bauer (Zazie Beetz) lässt sich undercover in Jureks Gefängnis einschleusen. Während die FBI-Agentin, deren verstorbener Vater einst Jonahs Partner war, dem gefährlichen Häftling immer näherkommt, versucht Jonah draußen, das Rätsel zu lösen. Für beide geht es bald nicht mehr nur darum, den Fall zu lösen: Ihr eigenes Leben steht auf dem Spiel. Denn Jurek Walter hat mit seiner sanften Stimme weiterhin alle Möglichkeiten, Situationen zu manipulieren, bis man sie nicht mehr aushält – und unfassbare Dinge tut.

"Drive – The Pretenders" – Prime Video

Ihr altes Image als die stets freundliche Tina Martin in der Kinderfilmreihe "Bibi und Tina" hat Lisa-Marie Koroll endgültig abgelegt: Mitte Oktober erst war die 28-Jährige auf ZDFneo in der Mystery-Thriller-Serie "Die Düsteren" über mordlustige Doppelgänger auf einer Nordseeinsel zu sehen. Nun spielt sie eine ehrgeizige Rennmechanikerin in der New-Adult-Romanverfilmung "Drive – The Pretender" (ab Mittwoch, 28. Oktober, Prime Video).

Sarah (Koroll) hat ein großes Ziel: Sie möchte selbst hinterm Steuer eines schnellen Autos sitzen. Mit einer Täuschung erhofft sie sich, diesem Karriereschub ein großes Stück näherzukommen: Bis zum Ende der Saison soll sie die Verlobte des Skandal-Rennfahrers Dante (Amin Baahmed) spielen, um seinen Ruf zu retten. Doch die Lüge bringt ungeahnte Folgen mit sich, denn Sarah und Dante finden sich gegenseitig gar nicht so schrecklich, wie sie anfangs behaupten ...

"Drive – The Pretenders" wurde von Sergej Moya inszeniert. Das Drehbuch, basierend auf der Wattpad-Novelle "Drive" von Tamara Lush, stammt von Christopher Silber und Malina Nwabuonwor. Mit seiner Erzählung einer Fake-Beziehung reiht sich der Film fabelhaft hinter erfolgreichen Titeln wie "Off Campus" oder "Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe" ein.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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