Sergej Bodrow

Sergej Vladimirovich Bodrow
Lesermeinung
Geboren
28.06.1948 in Chabarowsk, Ost-Sibirien, UdSSR
Alter
73 Jahre
Sternzeichen
Biografie
Mit 15 Jahren geht Sergej noch Moskau und studiert am Energetischen Institut vier Jahre lang. Nach Abbruch des Studiums arbeitet er als Hilfsarbeiter. 1971 geht er an die Filmhochschule, die er 1975 als Drehbuchautor in der Klasse von Kira Paramonowa und Natalja Folkina beendet. Zuerst arbeit er als Szenarist, später als Regisseur.

Der erste Film als Regisseur, gemeinsam mit A. Alpijew inszeniert, heißt "Der süße Saft des Grases" (1984) und wird in Moskau und Figuera da Foz ausgezeichnet. 1987 dreht Bodrow den Fernsehfilm "Ich hasse dich".

In den Jahren 1985 bis 1987 entsteht ein sehr eigenwilliges Projekt: Bodrow begleitet eine Gruppe jugendlicher Rock-Musiker durch die Steppenlandschaft des Kaukasus. Der Film "Die Nichtprofessionellen" ist ein düsteres Zeitbild einer Situation ohne Hoffnung und ohne Zukunft. Die jugendlichen Helden des Films sind verantwortungslos, gehen faul und träge durchs Leben, verrichten fast teilnahmlos ihre Arbeit. Auch die Zuhörer zeigen kaum wirkliche Bereitschaft: Ihnen wird ein Kulturprogramm von der Verwaltung vorgesetzt wie auch den Leuten in einem Altersheim, das eine lieblose Bewahranstalt für alte Leute ist, die die Gesellschaft - und die Angehörigen - abgeschrieben haben. Die Drehgenehmigungen zu diesem Dokumentafilm erhielt Bodrow nur, weil er vorgab, eine Musik-Komödie zu drehen, für die er ein Skript vorgelegt hat.

"S. E. R. - Freiheit ist das Paradies", 1988 gedreht, ist ein Spielfilm. Der 13jährige Sascha flieht aus einem Internat für schwererziehbare Jugendliche, um seinen Vater zu suchen, der in einem Lager mit verschärften Haftbedingungen sitzt. Er macht sich vom Süden, von Alma Ata aus, auf seine triste, tausend Kilometer lange Odyssee nach Norden. Jede Station bedeutet für ihn wieder Untersuchungshaft, Jugendwerkhof, Kindersammellager. Eine Welt außerhalb jeglicher Norm, eine Welt voller Schläge, Beleidigungen und Erniedrigungen.

Doch Sascha lernt in den kurzen Momenten der Freiheit auch eine andere Welt kennen: die melancholischen Landschaften der kasachischen Provinz, wo ihn seine Kindheitserinnerungen und die Beziehung zu einer gewissen Klawa, einer früheren Freundin seines Vaters, hinführen; oder die dunklen Wasser der Norddwina, die er von dem Schiff aus sieht, auf dem er sich als Schwarzarbeiter verdingt. Ein düsterer Film, in dem Gewalt menschliche Beziehung bestimmt, wo Demütigung über Recht triumphiert, das System über die Freiheit.

1992 entsteht der nächste Film "Ich wollte Engel sehen". Der zwanzigjährige Bob, stark, ziellos, mit Pferdeschwanz, kommt aus der Provinz mit einem alten Motorrad, um den Mordauftrag seines Chefs auszuführen. Bei einem mitternächtlichen Treffen begegnet er der sechzehnjährigen Nat, die an Madonna einen Brief schreibt und in einem Keller wohnt, von dem sie glaubt, er sei die Weinkellerei Iwan des Schrecklichen.

Bob warnt sie, bis jetzt habe er nur mit Prostituierten zu tun gehabt, und bleibt doch bei ihr. Zwischen den beiden beginnt eine Romanze, trotz ihrer Enttäuschungen von den Menschen und seiner Vorliebe für lange Straßen, open roads: "Easy Rider" ist sein Lieblingsfilm. Ein Hauch von "Au bout de souffle" dringt in die Geschichte ein, als Bobs zärtliche Gefühle für Nat seine kriminellen Aktivitäten zu beinflussen beginnen.

Meist nachts gedreht, vermittelt der Film ein geradezu unheimliches Bild vom finsteren gleichgültigen Moskau im Winter. Permanente Rockmusik, schwarze Ledersachen, rauhe Umgangsformen - die russischen Halbstarken gehen kaputt an ihren amerikanischen Träumen.

"Gefangen im Kaukasus", sein nicht weniger trister Film war für den Oscar nominiert und hat bereits im Entstehungsjahr 1996 in Cannes zwei Preise erhalten Soldaten ziehen in den Krieg. Wie Kinder, die Indianer spielen, haben sie sich die Gesichter bemalt. Von dem Landstrich, in den sie abkommandiert sind, wissen sie nichts, nur das eine hat man ihnen eingeschärft: Sie müssen den Widerstand der Bevölkerung brechen. Vanja (Bodrows Sohn Sergej Bodrow jr., der in vielen Filme seinen Vaters spielt) und sein Vorgesetzter Sascha geraten in den Hinterhalt und werden von den kaukasischen Bauern im Ziegenstall eingesperrt. Der Dorfälteste will seinen Sohn gegen die beiden Gefangenen eintauschen. Vor 100 Jahren hat Leo Tolstoj diese Geschichte geschrieben, Bodrow verändert sie kaum und hat dennoch eine aktuelle Zeitgeschichte, denn der Konflikt zwischen Russen und Tchetschenen hat die alten Konflikte wieder belebt.

Das Ungewöhnliche an den Filmen von Sergej Bordrow ist: Sie sind zeitlos und nicht an eine Nation gebunden. Solche Geschichten spielen sich überall ab, wo es Kriege gibt, wo Haß gesät wird, wo die Welt, die Gesellschaft vor einem Scherbenhaufen steht.

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