Istanbul, die Metropole am Bosporus: In einem unscheinbaren Apartmentkomplex leben der passionierte Sammler Mithat und der eher prosaisch orientierte Hausmeister Ali. Die beiden haben zunächst nicht viel gemeinsam, doch als ihr Haus abgerissen und neu gebaut werden soll, beginnen sich die beiden so unterschiedlichen Männer zu wehren ...

Das sensibel inszenierte und liebevoll gezeichnete Porträt einer ungewöhnlichen Männerfreundschaft ist das Kinofilm-Debüt der türkischen Regisseurin Pelin Esmer, die selbst aus Istanbul stammt. Die Rolle des alten wie einsamen Sammlers Mithat besetzte sie mit ihrem Onkel Mithat Esmer, den sie 2002 schon in ihrem Dokumentarfilm "The Collector" beobachtete und der zuvor nie als Darsteller gearbeitet hat. Ihm kam entgegen, dass er einfach sich selbst darstellen kann, denn auch privat ist Esmer ein leidenschaftlicher Sammler, der seine Kollektion bei den Dreharbeiten zur Verfügung stellte. Seinen Gegenpart gibt ebenso überzeugend Nejat Isler ("Çinar agaci", "Die Drachenfalle"), der das jüngere, aber ebenso einsame Istanbul verkörpert. Daneben ist "11 vor 11" natürlich eine Hommage an Esmers Heimatstadt Istanbul, eine Metropole zwischen Tradition und Moderne, Erinnerung und Vergessen, Bewahren und Erneuern.





Foto: Peripher