Wegen ideologischer Kämpfe während des Kalten Krieges und wegen unterschiedlicher nationaler Interessen wurde der wahre Ablauf der Oktoberrevolution jahrzehntelang verborgen gehalten. Dokumente wurden versteckt oder vernichtet, russische Familien wagten nicht einmal untereinander, über die Geschehnisse von 1917 zu sprechen, Filmarchive wurden in Sondermagazinen deponiert oder verbrannt und die Revolutionsgeschichtsschreibung wurde in den Dienst politischer Ziele gestellt. Der Dokumentarfilm legt Material vor, das zu einem neuen Verständnis der Revolution beiträgt. So macht eine bisher unveröffentlichte Korrespondenz deutlich, welche Rolle hohe Offiziere der Zarenarmee damals spielten. Als klar wurde, dass die Machtübernahme der Bolschewiken nicht mehr zu verhindern war, leisteten sie ihnen Hilfestellung. Ferner beleuchtet der Film die zeitgeschichtlichen Hintergründe des damaligen Alltags. Auszüge aus sowjetischen Spielfilmen veranschaulichen die Geschehnisse und verdeutlichen, wie nach der Revolution versucht wurde, die Menschen durch Manipulation und Mythenbildung auf Lenins Kurs einzuschwören. Thema des Films ist jedoch nicht nur das geschichtliche Ereignis. Es geht auch um das Wesen des Menschen und darum, wie er reagiert, wenn er mit einer Krisensituation und tiefgreifenden Umbrüchen konfrontiert ist. Diese Fragestellung verleiht dem Dokumentarfilm eine universelle Dimension.