Ein einsamer Computerfreak in Hannover knackt die schwersten Datenbänke und verkaufte sie für Kokain.Wenn er seinem Leben ein Ende setzen würde, strunzt der junge Hacker Karl Koch (August Diehl, Foto), dann mit einer Atombombe, die ihn vom World Trade Center in New York ins Nirwana befördert. Statt New York war's schließlich ein Wald bei Gifhorn, statt der Bombe ein Kanister Benzin. Aber er war 23 Jahre alt, als er starb, das zählte für ihn. Die 23 war Karl Kochs Schicksalszahl, eine Art Weltverschwörungsformel, die seine Phantasie in tödlichen Beschlag nahm ...

"23" heißt der Film, den Hans-Christian Schmid ("Nach fünf im Urwald", "Crazy") über das kurze, intensive und tatsächlich gelebte Leben des Karl Koch gedreht hat. Erzählt werden Aufstieg und Fall eines Hackers aus Hannover, der mit Geduld und Geschick Zugang zu einigen der vermeintlich sichersten Geheimnisse der Welt findet - der "Optimis"-Datenbank im Pentagon oder "Norad", dem US-Kontrollzentrum für strategische Luftabwehr. Damals, Mitte der Achtzigerjahre, leisteten Karl Koch und seine wenigen Freunde, einsame und pionierhafte "Patrouillendienste am Rande der Unkenntlichkeit". Dank ihrer Computer-Fähigkeiten hofften sie Zugriff auf alles Wissen der Welt zu erlangen. Doch Karl Koch landete statt dessen immer häufiger bei jener ominösen 23, die seiner Meinung nach bei jeder Katastrophe eine mehr oder weniger verborgene Rolle spielte. Und als Folge langer Nächte am Computer geriet er an Kokain und andere Drogen. Dafür brauchte er Geld, und so verkaufte er seine gehackten Daten an den sowjetischen Geheimdienst, der sich der Hacker gern bediente. Karl Koch, dieser Bote eines neuen Jahrhunderts, wird im Film von August Diehl verkörpert, dem aufstrebenden Star des deutschen Films. Allein sein Spiel ist schon das Ansehen wert.

Foto: Buena Vista