Octave (Jean Dujardin, Foto) ist im wahrsten Sinne des Wortes oben angekommen. Denn der Werbestratege steht auf dem Dach eines Hochhauses und stürzt sich hinunter. Oder träumt er nur? Auf jeden Fall hält er im Fall inne und lässt sein Leben und seine Liebe Revue passieren: Er nutzte sein Talent, um in der Werbewelt als Kreativkraft viel Geld zu verdienen. Die Frauen standen sozusagen Schlange, Kokain wurde zum täglichen Begleiter, eine Party folgte der nächsten. Doch das Leben auf der Überholspur forderte bald einen hohen Tribut. Denn Octave verlor seine große Liebe ...

Zugegeben: Dass es in der Werbebranche vieles zu kritisieren gibt, ist nicht unbedingt die große Offenbarung dieses Films. Doch was der unbequeme Regisseur Jan Kounen ("Dobermann", "Blueberry und der Fluch der Dämonen") mit dieser grellen Satire liefert, ist allerbestes Kino: mit perfekter Kamera eingefangene, innovative Bilder zwischen Avantgarde, Comic und Neorealismus, zynische Kommentare über eine oberflächliche Konsumgesellschaft und eine packende Synopse zwischen Traum, Drogenwahn und Wirklichkeit. Die Story basiert auf dem gleichnamigen Besteller von Frédéric Beigbeder, der in seinem Roman eigene Erlebnisse verarbeitet hat. Der bis dahin relativ unbekannte und unscheinbare spätere Oscar-Gewinner Jean Dujardin ("The Artist", "Eine französische Hochzeit") liefert in der Hauptrolle ein Bravourstück der Schauspielkunst. Kurz: Endlich mal wieder Kino, wie man es sich häufiger wünscht.

Foto: EuroVideo