Wer bei Vampiren und Liebesgeschichten an einen "Twilight"-Abklatsch denkt, hat weit gefehlt: Arash (Arash Marandi) lebt in Bad City, einer heruntergekommenen Geisterstadt, die früher einmal eine Industrie-Hochburg war. Völlig desillusioniert streift Arash des Nachts durch die Straßen.

Und plötzlich bekommt die Bezeichnung Geisterstadt eine völlig neue Bedeutung: Er trifft auf ein vermummtes Mädchen (Sheila Vand), das ihn von der ersten Begegnung an fasziniert. Auch die mysteriöse Fremde kann ihre Zuneigung nicht verheimlichen, und so verabreden sie sich immer wieder.

Was Arash zu diesem Zeitpunkt nicht weiß: Als er das Mädchen auf seinem Nachhauseweg traf, lauerte sie Menschen auf, um sie ihres Blutes zu berauben, denn sie ist ein Vampir.

Tradition in neuem Gewand

Schon der Titel des Streifens ist ungewöhnlich. Und auch die Ankündigung, der erste iranische Vampir-Western zu sein, macht neugierig. Die Regisseurin Ana Lily Amirpour vermittelt darin einerseits ein ungewohnt friedliches Bild vom Iran, andererseits aber auch ein willkommen gewohntes Bild der Blutsauger – mehr in der Tradition eines weiblichen Christopher Lee als eines Robert Pattinson.

Tatsächlich ist der in Schwarz-Weiß gedrehte Horror alles andere als alltäglich. Schon der Trailer erinnerte an die neueren Tarantino-Streifen: eine Mischung aus "Django Unchained" und dem Vampir-Schocker seines Kollegen Robert Rodriguez, "From Dusk till Dawn" in Graustufen.

Fazit: Alles andere als eine 08/15-Teenie-Romanze, sondern ein experimentelles und optisch ansprechendes Drama mit Biss.

Sehen Sie hier den Trailer zu "A Girl Walks Home Alone at Night":