Ein Strafrichter, der es besonders streng mit seinen Angeklagten nimmt, sitzt auf der Anklagebank. Weil er (s)eine Prostituierte ermordet haben soll. Alle freuen sich, daß es den Scharfmacher unter den Richtern auch mal erwischt hat und nur sein erbitterster Feind übernimmt die Verteidigung, bei der viel Mist unter dem Teppich hervorgekehrt wird.

Wo kein Richter, da (k)ein Kläger. Heißt es. Doch diesmal ist der Richter der Angeklagte. Und alle stürzen sich auf den verhassten Kollegen. Jetzt kommt raus, dass er zu Nutten geht, gleichzeitig aber schwul sein soll und das alles hinter seinen Macho-Attitüden versteckt. Oder ist doch alles ganz anders...? Regisseur Josef Rödl ("Alles Palermo", "Movie of the Week") schaffte es mit diesem spannenden Gerichtsdrama, den US-Genre-Vorbildern paroli zu bieten. Obwohl das deutsche Rechtssystem nicht so fernsehtauglich ist wie das amerikanische, fasziniert das handlungsstarke Drama trotz der etwas dialoglastigen Handlung. Also, wer Petrocelli, Quincy & Co. mag, sollte auch den Vergleich mit dem "Richter in Angst" mal wagen.