Bruno Ganz

Gefeierter Charakterdarsteller: Bruno Ganz. Vergrößern
Gefeierter Charakterdarsteller: Bruno Ganz.
Fotoquelle: Denis Makarenko/shutterstock.com
Bruno Ganz
Geboren: 22.03.1941 in Zürich, Schweiz

Bruno Ganz geht vor dem Abitur von der Schule, er will Schauspieler werden. Seine Ausbildung macht er beim Zürcher Bühnenstudio. Von Anfang an erkennt man sein großes Talent. Mit 19 spielt er die erste Filmrolle in Karl Suters "Der Herr mit der schwarzen Melone" (1960). "Das ist ein hochtalentierter Bursche" sagt Gustav Knuth, einer der Hauptdarsteller. Jahre später ist Ganz bei Heinz Hilpert im Jungen Theater in Göttingen. Das ist eine Talentschmiede, dort beginnen die großen Schauspiel- und Regietalente. Götz George etwa, der Sohn des großen Heinrich George hat in Göttingen angefangen. Bruno Ganz ist nicht zu bremsen, richtig groß wird er bei Peter Zadek in Bremen als "Held Henry".

Als in den Mitsechzigern der junge deutsche Film kommt, ist Bruno einer der ersten Schauspieler: In Haro Senfts "Der sanfte Lauf" spielt er 1966 und ist jetzt öfters wieder im Kino zu sehen. Ende 1967 steht er erstmals unter Peter Steins Regie auf der Bühne: In München, Bremen, Zürich und schließlich spielt er auch am Theater am Hallerschen Ufer in Berlin bei Peter Stein. Bruno Ganz gehört zu den Säulen der Schaubühne, und die Inszenierungen von Stein und Michael Grübler werden filmisch aufgezeichnet. So ist "Sommergäste" 1975 ein Erfolg in den Programmkinos. 1972 steht Bruno Ganz erstmals unter Claus Peymanns Regie auf der Bühne der Salzburger Festspiele in der Uraufführung von Thomas Benrhardts "Der Ignorant und der Wahnsinnige".

Dann kommen die großen Kinoerfolge: Der Bilderrahmenmacher Jonathan in Wim Wenders "Der amerikanische Freund" (1976), im gleichen Jahr wird er für seine Hauptrolle in Eric Rohmers "Die Marquise von O" neben Edith Clever ausgezeichnet. In Jeanne Moreaus Regiedebüt "Lumiére" spielt er den Heinrich Grün, in Peter Handkes "Die linkshändige Frau" (1977) sieht man ihn wieder an der Seite seiner Bühnenpartnerin Edith Clever, Wolfgang Petersen besetzt ihn 1978 als Partner von Gila von Weitershausen in dem Schach-Film "Schwarz und weiß wie Tage und Nächte".

Besonders gut ist Bruno Ganz 1980 in Kurt Gloors "Der Erfinder". Darin spielt er einen verschrobenen Mann, der Anfang des Jahrhundert als Erfinder scheitert. Großartig: die Szene bei der Musterung! Volker Schlöndorff dreht nach einem Roman von Nicolas Born "Die Fälschung". Bruno Ganz ist hier der intellektuelle Kriegsberichterstatter Laschen, der grüblerisch zwischen den Fronten wandelt und im Grunde mehr mit seinen eigenen Eheproblemen beschäftigt ist als mit dem Existenzkampf der arabischen Völker, über die er in den Medien berichtet.

Zu seinen schönsten Rollen gehört der Wahrheitsfanatiker Gregor in Hans W. Geissendörfers Verfilmung von Ibsens "Wildente" (1976) und 1982 der Paul in Alain Tanners "In der weißen Stadt". Der arbeitet als Ingenieur im Maschinenraum eines Passagierschiffs. Gegen den täglichen stupiden Rhythmus setzt er seine Eigenbewegungen: er tanzt, spielt Mundharmonika, dreht kleine Super-8-Filme, die er seiner Frau nach Zürich schickt, und er beobachtet die Meereswellen. Bruno Ganz ist hier so wunderbar locker wie selten. Ganz ist jetzt In, spielt bei fast allen namhaften deutschen Regisseuren, sowie bei den Schweizern Claude Goretta, Kurt Gloor und Alain Tanner. 1982 inszeniert er gemeinsam mit Otto Sander ein Porträt der Schauspieler Curt Bois und Bernhard Minetti "Das Gedächtnis". Unter der Regie von Hajo Gies spielt er eineinhalb Jahre lang in einer Fernsehserie den versponnenen Detektiven "Tassilo" nach Martin Walsers Hörspiel. Mit Otto Sander tritt er auch als ehemaliger Engel in den Wim-Wenders-Filmen "Der Himmel über Berlin" und "In weiter Ferne, so nah!" (1986 und 1993) auf. 1996 wird er nach dem Tod des Burg-Schauspielers Josef Meinrad mit dem Ifland Ring ausgezeichnet, eine der größten Ehren für einen deutschsprachigen Schauspieler. 2000 glänzt er nochmals auf gut 13-stündiger Inszenierung des gleichnamigen Goethe-Dramas. Die Proben sind in der 90-minütigen Dokumentation "Peter Stein probt Goethes 'Faust'" festgehalten.

Ein Spiel auf schmalem Grat folgte 2004, Oliver Hirschbiegels aufwändig inszeniertes Drama "Der Untergang", in dem Bruno Ganz nicht immer überzeugend Adolf Hitler verkörperte. Zu sehr verliert sich Ganz in den Bewegungen, in der Sprache, in der Gestik seiner Rolle - und vergisst dabei, seinem Protagonisten eine eigene Facette zu geben. Ganz sah sich darüber hinaus dem Vorwurf ausgesetzt, dem furchtbaren Diktator und Massenmörder ein allzu menschliches Anlitz gegeben zu haben und entfachte damit eine kontrovers geführte Diskussion, wie Hitler im Film gezeigt werden darf.

Weitere Filme mit Bruno Ganz: "Messer im Kopf" (1978), "Nosferatu - Phantom der Nacht" (1978), "The Boys from Brazil" (1978), "Die Kameliendame" (1980), "Etwas wird sichtbar" (1981), "System ohne Schatten" (1983), "Väter und Söhne" (1985), "Ein fast anonymes Verhältnis" (1988), "Erfolg" (1990), "Wege der Liebe" (1991), "Kinder der Natur" (1991), "Prag" (1991), "Die Abwesenheit" (1992), "Anwalt Abel - Ein Richter in Angst" (1995), "Saint-Ex", "Tatort - Schattenwelt" (beide 1996), "Tödliches Schweigen" (1996), "Die Ewigkeit und ein Tag" (1998), "Gegen Ende der Nacht" (1998), "Brot & Tulpen" (2000), "Epsteins Nacht" (2001), "Bruno Ganz - Behind Me" (2002), "Luther" (2003), "Der Manchurian Kandidat" (2004), "Fürchtet euch nicht! Das Leben Papst Johannes Pauls II." (2005), "Vitus", "Von einem der auszog - Wim Wenders' frühe Jahre" (beide 2006), "Jugend ohne Jugend" (2007), "Copacabana", "Ein starker Abgang", "Der Baader Meinhof Komplex", "Der Vorleser" (alle 2008), "Dust of Time", "Giulias Verschwinden", "Der große Kater" (alle 2009), "Das Ende ist mein Anfang", "Satte Farben vor Schwarz", "Unknown Identity" (alle 2010), "Nachtzug nach Lissabon" (2012), "Michael Kohlhaas", "The Counselor" (beide 2013), "Remember" (2015).


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