Stefan Kurt (Foto, mit Karoline Eichhorn) als US-Geheimdienstler: August 1945. In einer einsam gelegenen Mühle im amerikanisch besetzten Württemberg geschieht ein fünffacher Mord. Das Müllerspaar, zwei Söhne und die Tochter Irma wurden regelrecht exekutiert, die Tochter kopfunter aufgehängt und ihr nackter Rücken mit SS-Runen beschmiert. Zwei Mitbewohner der Mühle, die sich durch Zufall zur Tatzeit nicht dort aufhielten, sind dem Gemetzel entgangen: Rudi, ein desertierter Soldat, und Karin Katte, eine junge Flüchtlingsfrau aus dem Osten. Mit der Ermittlung wird Dave Gladbaker vom amerikanischen Army-Geheimdienst betraut. Gladbaker zur Seite steht der deutsche Kriminalinspektor Walter Fehleisen. Als Parteimitglied und ehemaliger Polizeiinspektor wurde dieser zwar von den Amerikanern als Nazi eingestuft und ins Militärgefängnis gesteckt. Da er sich jedoch in der Gegend auskennt, ist Dave auf seine Hilfe angewiesen und befreit ihn aus der Haft. Beide sind sich schnell darüber einig, dass der Mord offensichtlich ein Racheakt war, die Mörder die Müllerstochter jedoch mit jemand anderem verwechselt haben müssen. Dave setzt alles daran, sich über die Identität Karins Klarheit zu verschaffen und herauszubekommen, ob sie eventuell eine gesuchte KZ-Aufseherin ist...

Dem bereits mehrfach preisgekrönten Autor und Filmemacher Oliver Storz ("Drei Tage im April") gelang hier ein ungemein fesselndes, düsteres Deutschland-Bild, in dem der Sieg gegen den Faschismus nur öberflächlich scheint. Die tiefen Wunden, die die Nazis dem Land zufügten, zeigen immer noch ihre Wirkung. Mit einer bemerkenswerten Kameraarbeit beginnt der Film wie ein finsterer Krimi, wird zum Liebesfilm, um schließlich als politisches Melodram zu enden.

Foto: SWR/Schröder