Der schweigsame Schwede Nils Dickman erfüllt seinen Job als Schneeräumer in der norwegischen Provinz recht gewissenhaft. Mit seinem großen gelben Schneepflug sorgt er stets dafür, dass die Bürger des Dorfes freie Fahrt haben. Als Dank wählte man Nils sogar zum Bürger des Jahres. Doch sein ruhiges wie beschauliches Leben erfährt eine harte Wendung: Die Polizei teilt ihm mit, dass man seinen Sohn Ingvar tot aufgefunden wurde.

An die offizielle Version "Tod durch eine Überdosis Heroin" kann und will Nils aber nicht glauben. Er stellt eigene Nachforschungen an und erfährt durch Ingvars Freund Finn, dass sein Sohn als unfreiwilliger Drogenkurier offenbar zwischen die Fronten geriet.

Mit einer gehörigen Portion Wut im Bauch beginnt Nils, die wahren Schuldigen aufzuspüren und zur Rechenschaft für den Tod Ingvar zu ziehen. Sein Rachefeldzug richtet sich bald gegen ein ganzes Drogenkartell mit dessen mutmaßlichen Strippenzieher, der "Der Graf" genannt wird. Der wiederum glaubt, dass die serbische Konkurrenz hinter den Morden steckt. So scheint ein Krieg um die Drogenpfründe unausweichlich ...

Deftige Prise rabenschwarzer Humor

Hauptdarsteller Stellan Skarsgård schreitet als rächender Vater durch die Untiefen der norwegischen Schneelandschaft wie einst Charles Bronson durch den Sumpf der Großstadt in "Ein Mann sieht rot". Doch im Gegensatz zu Michael Winner, der Bronson - ebenso wie John Boorman seine von Lee Marvin verkörperte Figur in "Point Blank" - knallhart und todernst auf den Rachefeldzug schickte, gelang es dem norwegischen Regisseur Hans Petter Moland in seiner Schnee-Variante eine deftige Prise rabenschwarzen Humors zu streuen.

Auch wenn da Erinnerungen an "Fargo" (auch was die mitunter drastischen Szenen anbelangt) wach werden, besitzt dieser norwegische Schneesturm genügend Eigenpotential. Dank starker Darsteller - inklusive Bruno Ganz als serbischer Drogenbaron - und der ungewöhnlichen wie skurrilen Geschichte, ist dies ein weiteres Beispiel für die bemerkenswerte Eigenständigkeit des skandinavischen Kinos, das gerne mal ein bisschen anders ist: radikal, kompromisslos und manchmal auch rau wie die schneebedeckte Landschaft. Zartbesaitete sind bei dieser derben Groteske allerdings fehl am Platz.