Mit viel Verve schleudert Desiree Akhavan, bislang nur Liebhabern der HBO-Serie "Girls" ein Begriff, ihr Erstlingswerk auf den Markt. Die US-Amerikanerin mit iranischen Wurzeln überlässt dabei nichts dem Zufall oder der Konkurrenz und tritt als Regisseurin, Drehbuchautorin und Hauptdarstellerin in Erscheinung.

Diese Dreifachbelastung meistert sie für den Anfang auf allen Gebieten nicht schlecht. Schauplatz ihrer leicht überdrehten Komödie ist dabei Akhavans Heimat New York - speziell Brooklyn.

Biografische Anleihen

Ihre quirlige Protagonistin Shirin hadert ebenso mit ihrer Bisexualität, wie das bei der Darstellerin der Fall war. Mit 24 Jahren erklärte Akhavan ihren Eltern, dass sie auch auf Frauen stehe. Zunächst war das ein Schock für die Familie. Zu diesem mutigen Schritt kann sich Shirin einfach nicht entschließen, obwohl sie schwer unter Liebeskummer leidet. Um Exfreundin Maxine aus ihrem Gedächtnis zu streichen, lässt sie sich allerhand wilde Ablenkungen einfallen und hat kuriose Begegnungen.

Im Fahrwasser eines britisch-indischen Vorläufers

Die mit reichlich Pointen versehene Produktion erinnert an die britisch-indische Romanze "I Can't Think Straight" aus dem Jahr 2009, in der sich die junge Tala aufgrund von Konventionen nicht öffentlich zu ihren Gefühlen zu Leila bekennen mag und sich deshalb von dieser trennt. Trotz ihrer ebensolchen Beschwingtheit hat "Appropriate Behavior - Einfach ungezogen" mit einigen Längen zu kämpfen.

Sehen Sie hier den Trailer zu "Appropriate Behavior, einfach ungezogen":