Im Ärmelkanal ist vor der Küste der Normandie ein Supertanker auf Grund gelaufen. 400000 Tonnen Öl beginnen, ins Meer zu strömen. Die Europaabgeordnete Emma Caglione findet heraus, dass der multinationale Ölkonzern Oil & Co. die Fracht kurz zuvor heimlich verkauft hat. Zum Konzernvorstand gehört auch Emmas Vater Balthazar Paredes, zu dem sie trotz der unterschiedlichen gesellschaftlichen wie politischen Auffassungen immer ein gutes Verhältnis hatte Doch die drohende Umweltkatastrophe ändert alles ...

Mit seinem zweiten Spielfilm inszenierte Regisseur und Drehbuchautor Jean-Christophe Delpias einen packender Ökothriller, der ein durchaus vorstellbares Szenario entwirft, denn wer erinnert sich nicht an die immer wiederkehrenden, oft äußerst schwerwiegenden Tankerunglücke, bei denen hundertausende Tonnen von Rohöl Meere und Strände verschmutzen. Delpias, der für sein Script mit dem Drehbuchpreis des Fernsehfilmfestivals La Rochelle 2011 ausgezeichnet wurde, schildert aber nicht nur die sich anbahnende Katastrophe und die Bemühungen, diese zu verändern, sondern zeigt auch den Konflikt, der innerhalb einer Familie ausgelöst wird. Besonders überzeugend agieren hier Héléna Noguerra ("Der Auftragslover") als engagierte Grüne und Jean-François Stévenin ("Duell der Degen", "Die Waldläufer") als ihr Vater, beim dem erst ein persönlicher Schicksalsschlag ein Umdenken auslöst.

Foto: arte F/© Patrick Müller/AGAT Films & Cie