Im Basar von Teheran verliebt sich ein Polizist in eine Frau, die fast täglich vorbeikommt und ihn nach der Uhrzeit oder dem Weg fragt. Eines Tages wartet er mit einer weissen Blume auf sie, um ihr einen Antrag zu machen. Doch als er sie anspricht, tritt ein junger Mann dazwischen und greift den Polizisten mit dem Messer an, das er unter einem Fladenbrot versteckt hält. Der Junge wird verhaftet und ins Gefängnis gesteckt. Die Frau taucht nach dem Anschlag nie mehr auf. Der Polizist quittiert seinen Dienst. Die Frau bleibt für ihn ein Mysterium.

1975 griff der damals 17-jährige Mohsen Makhmalbaf als Oppositioneller des Schah-Regimes einen Polizisten mit dem Messer an und wurde dafür mit Gefängnis bestraft. 20 Jahre später trifft der Regisseur den Polizisten bei einem Casting wieder und überredet ihn zur Mitarbeit an einem Film über ihre gemeinsame Vergangenheit. Die filmische Rekonstruktion ihrer schicksalhaften Begegnung widerspiegelt ihre unterschiedlichen Sichtweisen auf das Ereignis, in dem eine junge Frau eine entscheidende Rolle spielt. Mohsen Makhmalbafs "Nun o goldun" ist eine schillernde Mischung aus Fiktion und Wirklichkeit, die gekonnt mit den verschiedenen Zeitebenen jongliert, und sich in spielerischer Form mit ernsten Themen wie Gewalt und Versöhnung auseinandersetzt.