In einer kleinen Wohnung in Annecy fristen die Brüder Marc und Olivier mit ihrem Vater ein trostloses leben. Marc, der Ältere, verdient seine Kohle mit kleinen Drogendeals, sonst hängt er öfters mal im Fitness-Studio ab oder beschäftigt sich mit seinem über alles geliebtem Kampfhund. Oliver dagegen hat den Tod der Mutter immer noch nicht überwunden, spricht nächtelang mit ihrer Asche, und wird sich erst nach und nach seiner Homosexualität bewussr. Der Älteste, Christophe, sitzt derweil unschuldig im Gefängnis. Als Marc eines Tages mit konkurrierenden Drogendealern in Streit gerät, hat das unabsehbare Folgen...

Schon mit seinem TV-Film "Neuschnee" zeigte Regisseur Gaël Morel, dass er ein Händchen für ausgefallene Stoffe hat. Das trifft auch auf sein Drama "Brüderliebe" zu, das er - bis auf eine kleine Episode am Ende - ganz ohne Frauen drehte, um sich ganz auf die drei unterschiedlichen Brüder zu konzentrieren. Doch viel erfährt man von den Dreien nicht, alles bleibt an der Oberfläche, die Innenansicht der Protagonisten bleibt dem Zuschauer verborgen. So schleppt sich die trostlose Geschichte dahin und lässt den Zuschauer merkwürdig unberührt.

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