Berlin 1923: Der amerikanische Jude Abel, sein Bruder Max und dessen Frau Manuela verlieren nach einem Arbeitsunfall ihr Engagement als Zirkus-Artisten. Angesichts der Massenarbeitslosigkeit und der galoppierenden Inflation versinkt Max in Depressionen und erschießt sich. Manuela schlägt sich als Tänzerin in einem Nachtklub durch, während Abel seinen Kummer im Alkohol ertränkt. Außerdem gerät Abel in Verdacht, an Mordfällen beteiligt zu sein, die sich in seiner Umgebung ereignet haben. Da bietet ihnen der mysteriöse Arzt Dr. Vergerus Arbeit und Unterkunft in seinem Privatsanatorium an. Abel findet bald heraus, dass sich dort Notleidende für medizinische Experimente zur Verfügung stellen...

Ingmar Bergmans erster außerhalb Schwedens produzierter und gleichzeitig aufwändigster Film zeigt mit starkem politischem Engagement und erschreckender Deutlichkeit die amoralische Gesellschaft in der Zeit der Weimarer Republik. Treffsicher zeichnet er das Milieu in einem Berliner Armenbezirk und stellt in ungeschminkten, teilweise der grausamen Wirklichkeitsnähe wegen schockierenden Bildern die Menschen vor dem "Experiment" Demokratie dar. Gleichzeitig ist "Das Schlangenei" ein analytischer Blick zurück in die erste Novemberwoche des Jahres 1923. Eine Schachtel Zigaretten kostet vier Milliarden Mark, das Heer der Arbeitslosen vergrößert sich täglich, und in München versucht Adolf Hitler die Weimarer Republik zu stürzen.