Während des Zweiten Weltkriegs schickt in Ungarn eine Mutter ihre Zwillingssöhne aufs Land zu ihrer Großmutter. Da aber das Verhältnis zwischen Oma und Mutter (also Mutter und Tochter) alles andere als rosig ist, nimmt die Großmutter die beiden Jungens nur widerwillig auf und lässt sie schnell ihre Abneigung durch Bösartigkeiten spüren. Als billige Arbeitskräfte auf dem Hof eingesetzt, müssen sich die Kinder den Umständen anpassen. So geißeln sie sich etwa gegenseitig, um die Härten ihres Lebens besser begegnen zu können. Der Aufforderung ihres Vaters nachkommend, dokumentieren sie die Ereignisse in einem großen Heft. Das wiederum offenbart bald die Kaltherzigkeit der Kinder ...

Trotz einiger interessanter Ansätze und einer Fülle starker Bilder schafft es Regisseur János Szász in dieser Verfilmung des nicht nur in Ungarn überaus populären Romans von Ágota Kristóf nicht, die mitunter äußerst fragwürdigen Verhaltensweisen der Erwachsenen hinreichend zu erklären und damit die zunehmende moralische Verrohung der Kinder zu offenbaren. Einige Szenen für sich genommen bergen durchaus packendes Potential, die Geschichte insgesamt aber wirkt durch die fast schon sachliche Zurschaustellung unangenehm fad und erreicht nie die emotionale Wucht und Kraft der literarischen Vorlage.



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