Am Vorabend ihrer Hochzeit wird die Opernsängerin Malvina von dem Wissenschaftler und erfolglosen Künstler Dr. Emmanuel Droz getötet. Dieser ist von der Sängerin besessen und entführt den leblosen Körper der schönen Frau, bevor jemand aus der Hochzeitsgesellschaft, darunter auch ihr Verlobter Adolfo, eingreifen kann. Auf seinem abgeschiedenen Anwesen, das er als Nervenklinik nutzt, erweckt er Malvina erneut zum Leben und versetzt sie in einen tranceartigen Zustand. Mit ihrer Hilfe und einer Ansammlung von obskuren Musikautomaten möchte er eine teuflische Oper aufführen, um sich für die Missachtung seiner Werke zu rächen...

Ebenso skurril wie die Geschichte klingt, erweist sich dieses kunstvoll stilisierte, detailverliebte Werk der Brüder Stephen und Timothy Quay ("Institut Benjamenta"). Die surrealistische Ausstattung erinnert an Filme Peter Greenaways und die fantastische Geschichte erweist sich als fein gesponnener Mix aus Motiven der Orpheus-Sage, Béla Balázs' "Herzog Blaubarts Burg", Jules Vernes "Das Schloss in den Karpaten", Adolfo Casares "Morels Erfindung" und Raymond Roussels "Locus Solus". Dabei tauchen die Brüder in eine eigene visuell kraftvolle Kunst-Welt zwischen Animation und Realfilm. Mitproduziert wurde der Film übrigens von Ex-Monty-Python Terry Gilliam. Die Quay-Brüder besetzten hier Gottfried John, der schon in "Institut Benjamenta" mitspielte, in der Rolle des teuflischen Wissenschaftlers. An seiner Seite glänzt als Malvina die britische Schauspielerin Amira Casar ("Kleine Engel, kleine Haie", "Arabian Nights - Abenteuer aus 1001 Nacht", "Agatha Christies Mord im Orient Express").

Foto: ZDF/© Nic Knowland