Sonne und Meer, Südfrankreich in den 60-er Jahren: Orso ist 14 und ein Schwindler, Herumtreiber und Dieb. Marie ist 15 und erfährt zum erstenmal, welche Wirkung sie auf Männer hat. Jetzt will sie es wissen und in diesem heißen Sommer nichts auslassen. Die beiden Ausreißer sind einsam, wild und hochmütig, und sie werden von allen zurückgewiesen und abgelehnt. So wird aus ihnen ein Paar in einer Geschichte, die mit einem Diebstahl im Nachtzug beginnt und nur ein böses Ende nehmen kann...

Ohne Rücksicht auf die Konventionen des Geschichtenerzählens und der Psychologie bewegt sich Manuel Pradals Regiedebüt in einem mitreißendem Tempo, mit prächtigen Bildern und mit viel Symbolismus von einer Episode in die nächste. Nichts ist vorhersehbar, nichts wird erklärt, die Verwirrung könnte nicht größer sein. Erst am Ende des Films, der eine einzige Rückblende ist, gibt es ein wenig Aufklärung. Ein wildes Werk mit zwei überzeugenden Hauptdarstellern, besonders Vahina Giocante erinnert stellenweise an die junge Bardot oder die junge Sandrine Bonnaire. "Kleine Engel, große Haie" brachte Pradal 1998 eine Tiger-Award-Nominierung bei den Internationalen Filmfestspielen von Rotterdam ein.