Eine malerische Küste, große Sonnenbrillen, schicke Autos und das schönste Paar der Welt - was wirkt wie ein Werbespot, ist Angelina Jolies Inszenierung eines von ihr selbst erdachten Stoffes.

Erstmals seit "Mr. und Mrs. Smith", als die Mimin Brad Pitt näher kennenlernte, ist hier auch Brangelina wieder vor der Kamera vereint. Die Regisseurin Jolie schlägt sich dabei respektabel: Angelehnt an das europäische Arthouse-Kino vergangener Tage fängt sie zwei Stunden lang beeindruckende Bilder und Figuren mit größtmöglichen Emotionen ein.

Künstlerschicksale

Von diesen Emotionen gibt es reichlich, denn die Ehe der alternden Tänzerin Vanessa (Jolie) und des Autors Roland mit Schreibblockade (Pitt) steckt in der Krise, als die beiden in den 70ern ihren Frankreichurlaub im Hotel von Patrice (Richard Bohringer) verbringen.

Die Bindung des Paares bröckelt weiter, bis im Nebenzimmer François (Melvil Poupaud) und Lea (Mélanie Laurent) einziehen. Durch ein Loch in der Wand können Vanessa und später auch Roland das eheliche Treiben ihrer Nachbarn beobachten, was auch ihrer Beziehung neue Impulse verleiht.

Dünner Stoff


All die schönen Bilder können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass es dem Drehbuch an Substanz fehlt. Zu melancholisch schleppt sich das Drama über weite Strecken und verliert sich in erstarrten Bildern der Depression. Diese bieten zwar viel Raum für Interpretationen, der Unterhaltungswert entsteht dennoch vornehmlich durch die voyeuristischen Elemente.

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