Durch einen Reitunfall verlor die 14-jährige Grace ein Bein. Auch ihr Pferd wurde schwer verletzt. Um die gestörten Psychen von Kind und Pferd zu heilen, macht sich Graces Mutter Annie nach Montana zu dem geheimnisvollen "Pferdeflüsterer" Tom Booker auf. Der fesche Kerl schafft es schließlich, den Seelenzustand seiner Patienten wieder herzustellen und die Liebe Annies zu gewinnen ...

Ein (mit fast 160 Minuten) deutlich überlanges, allzu idyllisches und verkitschtes Bild des einstmals Wilden Westens, der hier eher wie Marlboro Country wirkt: Cowboys, bei denen selbst harte Arbeit nicht wie harte Arbeit aussieht; keinerlei Konflikte in der Landfamilie, dafür um so mehr in der der Städter. Sehenswert ist allein die Auftaktsequenz mit dem Unfall, die wirklich an die Nieren geht. Alles weitere ist nur für hartgesottene Redford-Fans erträglich; vor allem sein Versuch, noch als 62-Jähriger auf jugendlichen Lover zu machen. Redford inszenierte das Melodram nach dem Roman "Der Pferdeflüsterer" von Nicholas Evans. Der Roman- und Filmheld hat aber auch ein Vorbild in der Wirklichkeit: Der wahre Pferdeflüsterer ist Monty Roberts. Der Sohn eines amerikanischen Rodeoreiters entdeckte schon als Jugendlicher im Umgang mit wildlebenden Mustangs, dass man Pferde auch anders zureiten und an Menschen gewöhnen kann als mit brutaler Gewalt. Er lernte die "Sprache der Pferde" und schafft es so, ein nicht zugerittenes Pferd in nur einer halben Stunde ohne jede Gewalt an Sattel und Reiter zu gewöhnen.

Foto: Buena Vista