Auf einem Autobahnabschnitt an Roms Stadtrand stecken Tausende von Autofahrern für mehr als 36 Stunden in einem schrecklichen Stau fest. In diesem Durcheinander stoßen die unterschiedlichsten Charaktere aufeinander: ein egoistischer und heuchlerischer Unternehmer mit Luxuswagen; eine Familie aus Neapel, die auf dem Weg nach Rom ist, wo sie ihre junge, schwangere Tochter zur Abtreibung überreden wollen; ein älteres Paar, das auf der Reise anlässlich seiner Silberhochzeit nur streitet; ein Patient, dem es im Krankenwagen zunehmend schlechter geht; ein Mann, der sich unter die stehenden Autos werfen will, als er herausfindet, dass seine Frau ihn betrügt; ein manisch-depressiver Kettenraucher und viele weitere markante Persönlichkeiten. Während die meisten zu Beginn ruhig bleiben, entfesselt die unerträgliche Warterei nach einer Weile Leidenschaften und Hass

Der vielfach ausgezeichnete italienische Regisseur Luigi Comencini (1916-2007, "Kindheit, Berufung und erste Erlebnisse des Venezianers Giacomo Casanova", "Liebe, Brot und Eifersucht") inszenierte mit prominenter Besetzung diese gelungene Satire, in dem der Zuschauer Zeuge persönlicher und öffentlicher Dramen sowie von hysterischen Reaktionen wird. Comencini spielt hier gekonnt mit dem Stillstand, der den rastlosen Menschen das Äußerste abfordert. Was zunächst noch als unfreiwillige Pause hingenommen wird, eskaliert mehr und mehr, setzt Gewalttätigkeit und Aggression frei. Noch konsequenter hat diese Thematik Jahre später Joel Schumacher in seinem harten Psychothriller "[mo.1993_falling_down: Falling Down" verarbeitet.

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