Die Geschwister Adelheid und Wilhelm Busch haben in den Sechzigerjahren von ihrem Vater die "Werra-Post" geerbt. Eine kleine Tageszeitung, die das früher blühende Städtchen Friedheim und das ganze Werratal mit Nachrichten versorgte. Doch schon seit 1949 sinkt die Auflage unaufhörlich. Der Grund ist die in Europa entstehende neue Grenze, die mitten durch Deutschland verläuft und bald zum unüberwindlichen Korridor zweier Systeme wird. Gerade noch auf westlicher Seite gelegen, entwickelt sich das Städtchen Friedheim immer mehr zum abgelegenen Provinznest. Nichts mehr passiert. Soll die "Werra-Post" überleben, muss endlich etwas geschehen. So beschließt Wilhelm Busch mit seinem Messerschmidt-Vehikel, die Ereignisse selbst in die Hand zu nehmen. Er betätigt sich als Telefonhäuschen-Marder, macht aus der Leiche eines Schulfreundes einen DDR-Spionagefall und stilisiert ein kleines, mit Schafen redendes Mädchen zu einer Art Bernadette der Wiedervereinigung hoch. Dann wächst dem tückischen Willi Busch das Ganze über den Kopf ...

Nikolaus Schilling drehte hier eine vortrefflich gespielte und inszenierte, wunderbare Mischung aus Melodram, Satire, Heimatfilm und Agentenstory. Das einzig Stabile, thematisch wie formal, ist jener kuriose Messerschmitt-Kabinenroller, in dem der Held durch die ebenso schöne wie öde Landschaft braust.

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