Stephen Frears

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Regiestar aus Großbritannien: Stephen Frears
Stephen Frears
Geboren: 20.06.1941 in Leicester, Großbritannien

Stephen Frears ist seit langem einer der eigenwilligsten Filmregisseure Großbritanniens, doch erst mit seinem Hollywoodfilm "Gefährliche Liebschaften" wurde er weltweit berühmt. Beobachter des Außenseiterkinos kannten ihn schon vorher, den Regisseur der Filme "Auf leisen Sohlen" (1972), "Blutige Streiche" (1979) "Die Profikiller" (1984), "Mein wunderbarer Waschsalon" (1985), "Das stürmische Leben des Joe Orton" (1986) oder "Sammy & Rosie tun es" (1987).

Frears begann (mit einem Jura-Abschluss in der Tasche) als Regieassistent von Albert Finney ("Ein erfolgreicher Blindgänger"), Karel Reisz ("Protest") und Lindsay Anderson ("If...") und wurde schnell - wie seine Vorbilder einst - einer der führenden Männer des modernen "zornigen jungen Kinos". Der kleine, vom britischen Fernsehen produzierte Film "Mein wunderbarer Waschsalon" über einen schwulen Pakistani, der Besitzer eines Waschsalons wird, wurde 1985 eine Kultfilm und war sogar in den USA ein Kinohit.

Sich gegenüber Vorurteilen zu behaupten, mit gesellschaftlichen Tabus zu brechen, darum bemühte sich Stephen Frears immer wieder. Zwei Jahre nach dem "Waschsalon" entstand "Das stürmische Leben des Joe Orton" mit Gary Oldman, Alfred Molina und Vanessa Redgrave: Am 9. August 1967 wird der britische Dramatiker Joe Orton von seinem Freund Kenneth Halliwell im Schlaf getötet; der nimmt sich daraufhin mit Schlaftabletten das Leben. Sie waren Freunde, hatten sich in der Schauspielschule ineinander verliebt, doch sie waren unterschiedlich vom Glück bedacht: Orton ist gefeiert als Autor satirischer Stücke, Kenneth Halliwell bleibt mit seinen Romanen auf der Strecke. Der Film von Stephen Frears kommt Orton in Stil und Niveau erstaunlich nahe.

Dann rief das Mainstream-Kino, und seither fährt Frears zweigleisig. Auf der einen Seite kleine, persönliche Filme aus dem britischen Arbeitermilieu, auf der anderen großes Star-Kino mit großen Budgets. Sein erstes Werk in dieser Richtung war "Gefährliche Liebschaften" (1988) nach dem berühmten Briefroman von Choderlos de Laclos. Die Hauptrollen in dem vorzüglichen Kostümfilm spielten John Malkovich, Michelle Pfeiffer, Glenn Close und Uma Thurman.

Zwei Jahre später entstand in Los Angeles die harte und trockene Jim-Thompson-Verfilmung "The Grifters". John Cusack, Annette Bening und Anjelica Huston spielen hier ein Kleingangster-Trio, bei dem keiner dem anderen trauen kann. Ein Film, der vor allem durch seine atmosphärische Genauigkeit besticht und den typischen Thompson-Ton hervorragend nachempfindet. Schwächer war die etwas zu brave TV-Satire "Ein ganz normaler Held" (1992) mit Dustin Hoffman und Geena Davis. Dagegen war die kleine britische Produktion "The Snapper - Hilfe, ein Baby!" (1993) wieder ein Volltreffer, eine lebensechte Komödie über die Probleme einer irischen Arbeiterfamilie. Als Frears den Film vorbereitete, sagte er: "Ich fühlte mich nach kurzer Zeit unter diesen wunderbaren Menschen wie zu Hause, zurückversetzt in meine Kindheitstage in Leicester."

Litten die sozial engagierten Filme von Frears aus den Achtzigerjahren bisweilen noch unter einer gewissen thematischen Überfrachtung, so schlägt er in "The Snapper" einen unverkrampfteren Ton an, der insgesamt überzeugender wirkt. Nicht ganz so gut gelang ihm "Fisch & Chips" (1997) über die Krise einer Männerfreundschaft. Doch auch dieser Film enthält wunderbare Szenen. Bei den Berliner Filmfestspielen 1996 machte seine eigenwillige Robert-Louis-Stevenson-Adaption "Mary Reilly" Furore, in der die Geschichte um Dr. Jekyll und Mr. Hyde (brillant: John Malkovich) aus der Sicht des Dienstmädchens erzählt wird. Obwohl sich Hauptdarstellerin Julia Roberts als ungewöhnlich stark erweist, wurde das Werk in den USA ein kommerzielles Desaster, weshalb der Film auch hierzulande vom Verleih wie eine heiße Kartoffel fallengelassen und zum Kinostart praktisch überhaupt nicht beworben wurde. Schade, denn das sperrige Werk hat durchaus seine Vorzüge.

Eine komplette Enttäuschung war 1998 die Verfilmung eines unverwirklicht gebliebenen Lieblingsprojektes von Sam Peckinpah, der Post-Western "Hi-Lo Country". Die unglaublich langweilige Handlung beschränkt sich auf die pausenlose Darstellung lächerlicher Macho-Rituale (whiskysaufende Männer, die Probleme lösen, indem sie sich gegenseitig was auf's Maul geben), und Frears vergisst darüber die Vertiefung der Charaktere. Vielleicht gibt es bei diesen Figuren auch nichts zu vertiefen. Warum das missratene Werk dennoch bei der Berlinale 1999 mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet wurde, ist völlig unverständlich. Im Jahr darauf verwirklichte Stephen Frears das Drama "Liam", die Geschichte eines kleinen Jungen, der im Liverpool der Dreißigerjahre aufwächst, 2002 tauchte Frears mit "Kleine schmutzige Tricks" einmal mehr ins Arbeiter- und Emigrantenmilieu, während er die englische Labour-Partei in "Doppelspitze" beleuchtete und "Lady Henderson präsentiert" eine humorvolle Tragikomödie war. 2006 tauchte Frears mit dem vielfach preisgekrönten Drama "Die Queen" erneut in königliche Gefilde ab, 2009 schwelgte er in "Chéri - Eine Komödie der Eitelkeiten" prächtigen Kostümwelten und "Immer Drama um Tamara" ist ein sympathischer Filmspaß, angesiedelt in der englischen Provinz.

Weitere Filme von Stephen Fears: "The Burning" (Kurzfilm, 1967), "Parkin's Patch" (TV-Serie, zwei Folgen, 1969), "Tom Grattan's War" (TV-Serie, vier Folgen, 1970), "Gumshoe" (1971), "Follyfoot" (TV-Serie, vier Folgen, 1971-1973), "A Day Out" (1972), "Sporting Scenes" (TV-Serie, eine Folge), "The Cricket Match" (beide 1973), "Second City Firsts" (TV-Serie, eine Folge, 1974), "Three Men in a Boat", "Daft As a Brush" (beide 1975), "Play for Today" (TV-Serie, drei Folgen, 1975-1979), "BBC2 Play of the Week", "ITV Playhouse" (TV-Serien, jeweils zwei Folgen, 1977-1978), "Black Christmas", "Last Summer" (beide 1977), "Doris and Doreen", "Me! I'm Afraid of Virginia Woolf" (beide 1978), "Afternoon Off", "One Fine Day (beide 1979), "Walter" (TV-Serie, zwei Folgen, 1982), "Saigon: Year of the Cat", "The Last Company Car" (beide TV, 1983), "Screen Two" (TV-Serie, eine Folge) "Walter and June" (beide 1986), "December Flower" (TV, 1987), "The Comic Strip Presents..." (TV-Serie, drei Folgen, 1984-1988), "Typisch britisch" (Doku, 1997), "Fail Safe - Befehl ohne Ausweg" (TV-Remake von Sidney Lumets Klassiker "Angriffsziel Moskau"), "High Fidelity" (beide (2000), "Skip Tracer" (TV, 2008), "Lady Vegas" und "Muhammad Ali's Greatest Fight" (beide 2012), "Philomena" (2013).



Interview mit Stephen Frears zu "Hi-Lo Country", Frühjahr 1999



Prisma: Stephen Frears, wie sind Sie speziell an diesen Film ("Hi-Lo Country") gekommen?

Frears: Ganz einfach: man hat mir die Story geschickt, sie war ziemlich gut: Eine lebendige Geschichte von zwei Freunden und einer Frau. Liebe, Eifersucht, Leidenschaft, und dann ist mir klar geworden, daß das eine vollständige Gesellschaft ist: Wem gehört das Land? Wer arbeitet für wen und wieviel Geld bringt das alles? Und dabei wurde mir klar, daß das ein richtiger Western ist mit Viehtrieb und all diesen Dingen. Und das fand ich dann riesig spannend. Ich hatte nie etwas so interessant gefunden, auch für mich selbst. Als wir in New Mexiko waren, wo die Story spielt, habe ich gesehen wie in kleinen Orten die Menschen aufeinander angewiesen sind. Da kommt es gar nicht darauf an, ob sie nun miteinander können oder nicht, sie müssen zusammenhalten. Und wenn ich das sehe, heilt das meinen angeborenen Zynismus. Das moderne Leben ist schon für sehr viele äußerst hart. Und da flieht man eben sehr gerne in die Romantik und ins Melodram.

Prisma: Etwas erinnert an die alten Legenden eines John Ford und vor allem an dessen Reflexion über den Western in "Der Mann, der Liberty Valance erschoß"?

Frears: Ich habe nicht an diesen Film speziell gedacht, aber Sie haben recht: Wenn man heute einen Western dreht, muß man sich mit dem Genre vertraut machen - übrigens wie in jedem anderen Bereich. Mich hat einmal jemand gefragt, wie ich einen Western drehe. Da habe ich gesagt: Ich weiß das auch nicht so genau, aber es muß mit John Wayne zu tun haben. Gut, ich denke, ich habe einen Film über John Wayne gedreht.

Prisma: Und dabei natürlich an John Ford und Howard Hawks gedacht?

Frears: Wenn sie einen Viehtrieb inszenieren, müssen Sie "Red River" ansehen. Wissen Sie, sosehr das Filmemachen Spaß macht, darf man nicht vergessen, daß es knallharte Arbeit ist. Ich muß, da ich absolut keinen Sinn darin sehe, immer wieder den gleichen Film in der gleichen Umgebung zu machen, jedes Mal von vorne anfangen und lernen. Filme machen heißt immer, alles, was mit dem Sujet zu tun hat, zu kennen. Ich hatte nie das Verlangen, einen Film über mein eigenes Leben zu machen. Deshalb lernte ich jetzt, wie Cowboys gelebt haben. Mich hat dabei auch interessiert, inwieweit Western-Filme mit der Geschichte des Westens zu tun haben, was davon Wahrheit und was Dichtung ist. Und das ist für mich eine neue, unbekannte Sprache.

Prisma: Hatten Sie einen klassischen Western geplant?

Frears: Ich denke schon. Ich weiß, ein Teil davon ist sicher klassisch. Ich habe keine andere Art gefunden, eine solche Geschichte zu erzählen als wir sie von John Ford und Howard Hawks bereits kennen. Man kann natürlich eine kommerzielle Version des großen Viehtriebs machen, aber daran war ich nicht interessiert.

Prisma: Wie die meisten Ihrer Filme basiert auch dieser auf einer literarischen Vorlage. Lassen Sie sich Drehbücher schreiben oder greifen Sie auf vorhandene zurück?

Frears: Nein, ich sitze zu Hause und lese, was man mir zugeschickt hat. Man sieht ganz rasch, ob da etwas drin ist oder nicht.

Prisma: Bislang hatten sie dabei viel Glück...

Frears: Oh ja, das kann man sagen, ich habe immer Glück gehabt. Es gibt so verdammt viele gute Drehbuchautoren. Das muß man nur ausnutzen. Wenn jemand jammert, daß es keine guten Drehbücher gibt, ist er selber schuld. Man muß nur genügend lesen und sich die Namen der besten merken. Ich habe immer gute Drehbücher gehabt und das war nicht mein Verdienst

Prisma: Wieviel ändern Sie selbst an den Geschichten, was bringen Sie selbst ein - etwa bei dem irischen Film "Fish and Chips"?

Frears: Ich kann das ganz schlecht sagen, ich weiß es einfach nicht. Ich kann sehen: das regt die Leute auf, bringt sie aus der Fassung und ich spüre, was mich aus der Fassung bringt. Doch darüber muß ich ebenso wenig nachdenken wie über meinen persönlichen Stil oder Touch. Man hat mich all diese Filme machen lassen. Ich habe sie vorbereitet, die Stories und Figuren haben mich berührt, und mein Job ist es jedesmal, das Ganze zum Leben zu bringen. Und dabei weiß ich gar nicht so recht, was ich da mache, ich weiß nur, daß ich mit den Sujets sehr sorgfältig umgehe. Ich probiere Szene für Szene, ob es klappt. Und wenn es nicht stimmt, ändern wir vor Ort. Vorher habe ich natürlich das gesamte Drehbuch mit dem Autor gemeinsam überarbeitet; nicht immer, um zu verbessern, sondern um es für mich machbar zu machen. Ich selbst schreibe nicht und lerne jedesmal von den Autoren, wie man mit Situationen umgeht. Sie sind für mich Autoritäten.

Prisma: Sie arbeiten häufig mit dem gleichen Kameramann?

Frears: Sicher. Das vereinfacht die Arbeit und verkürzt die Dialoge. Oliver Stapleton ist ein wunderbarer Kameramann und wenn ich mit ihm arbeite, sind schon sehr viele Probleme behoben.

Prisma: Sie arbeiten auch diesmal mit Martin Scorsese als Produzent?

Frears: Er hat mir das Skript geschickt, ich habe mit ihm diskutiert, es ist wunderbar mit ihm zusammenzuarbeiten.



Interview mit Stephen Frears, Frühjahr 1989



Prisma: Das britische Kino wird noch immer als Geheimrezept gehandelt, doch es ist sicher nicht weniger Fernsehware als bei uns. Ist das, was man bei uns noch immer das "neue britische Kinowunder" nennt, eine Utopie?

Frears: Eine Utopie war es nicht, abgesehen davon, daß Sie Recht haben, daß es ein Kind des Fernsehens war. Ich sage war, denn das Wunderkind lebt in der Agonie. "Handmade", eine der mutigsten Firmen ist fast tot, "Working Title" hat sich korrumpiert.

Prisma: Gibt es eine Chance für das britische Kino?

Frears: Es gäbe eine Chance nicht nur für das britische Kino, sondern für die britische Kultur und Kulturpolitik überhaupt, doch das hängt mit einer gewissen Dame zusammen, die quasi wie ein Damoklesschwert über unserem Land hängt.

Prisma: Sie haben zur Dame Thatcher keine allzu freundschaftlichen Gefühle?

Frears: Da bin ich Gottlob nicht der einzige.

Prisma: Ihre Biografie liest sich abenteuerlich. Es heißt, sie seien von Frauen erzogen und Frauen würden immer noch ihr Geschick bestimmen - auch die Dame Thatcher?

Frears: Lassen Sie diese makabren Witze - nein, in der Tat auch im Negativen beherrschen uns eigentlich die Frauen. Das ist für mich kein Grund zu trauern, denn ich bin damit immer ganz gut gefahren.

Prisma: Ihr Vater hat als Buchhalter nach dem Krieg ein Medizinstudium abgeschlossen, ihre Mutter war Sozialarbeiterin...

Frears: Meine Eltern waren toll - nur ich konnte damit nichts anfangen. Dazu kam, daß das Leben zu Hause in Leicester eigentlich unerträglich war. So ging ich lieber auf das Konservatorium und fand dort auch jemanden, der sich um mich kümmerte, denn ich war alles andere als selbständig.

Prisma: Bevor Sie mit Ihrem Film "Gefährliche Liebschaften" den Sprung nach Hollywood schafften, waren ihre Filme schon sehr persönlich, sehr eigenwillig.

Frears: Nun, ich hatte vielleicht das Glück, daß meine Geschichten immer recht aufregend waren, daß die Produzenten mir weitgehend freie Hand ließen und daß ich Schauspieler zur Verfügung hatte, die die Regielöcher und meine eigenen Unsicherheiten zu überspielen vermochten.

Prisma: In Ihren Filmen schlägt sich eigentlich immer ein ganz unmittelbares Engagement nieder. Wie machen Sie das?

Frears: Nun, ich interessiere mich für eine Menge Dinge. Und wenn ich ein gutes Buch habe und ich daran denke, es zu realisieren, wird es für mich immer spannender, alles Drumherum zu erfahren. So ist es eigentlich ganz natürlich, daß diese meine - sagen wir es mal - momentane persönliche Betroffenheit so wirkt, als würde ich mich mit nichts anderem befassen.

Prisma: Hat es gerade bei "Gefährliche Liebschaften" den Anschein, als seien Sie an allem, was vorgeht, über alle Maßen interessiert?

Frears: Ich muß sagen, ich habe mich das erste Mal so intensiv mit dem 18. Jahrhundert befaßt, und je tiefer ich mich darauf einließ, um so größer wurde meine Neugierde.

Prisma: Was ist für Sie am wichtigsten, wenn Sie einen Film drehen: die Zeit, in der sich alles abspielt, die Psychologie oder die Soziologie der Personen?

Frears: Eigentlich - wenn ich es richtig betrachte - sind meine Beweggründe mehr von den Personen, ihren Charakteren, ihrem Ego abhängig als von den sozialen Problemen. Natürlich gehört zum Menschen, zum Charakter, zum Künstler das Umfeld dazu, und wenn einer das vergißt, macht er bestimmt einen leeren, unheimlich spannungslosen Film.

Prisma: Wie macht man das, daß unterm Strich dann doch eine so befriedigende Arbeit herauskommt?

Frears: Ich engagiere einfach gute Leute, sorge dafür, daß das Script stimmt - und alles andere passiert quasi von selbst. Je genauer man sich mit den Menschen beschäftigt, mit denen man arbeitet, umso besser sind sie. Ich arbeite irgendwie wie ein Dirigent. Auch der ist austauschbar, wenn er eine gute Partitur hat und mit einem guten Orchester arbeitet.



Interview mit Stephen Frears zu "Grifters", Frühjahr 1991



Prisma: Sie haben Ihren vorigen Film ("Gefährliche Liebschaften") für eine US-Firma in Frankreich gedreht, der neue Film ("Grifters") spielt auf den Straßen von L. A. - Gibt es in England nichts mehr zu sagen?

Frears: Sicher gibt es etwas zu sagen, wobei ich glaube, daß es jetzt ohne Frau Thatcher nur besser werden kann. Doch der springende Punkt ist: Es gibt in England keine Filmproduktion mehr. Warum nicht Hollywood? Wir alle haben es immer bewundert, Fritz Lang, René Clair und Billy Wilder sind dorthingegangen, Volker Schlöndorff und Wim Wenders träumen davon und drehen drüben. Warum nicht Stephen Frears? Doch Spaß beiseite: Ich gehe überall dorthin, wo man mich ein gutes Buch verfilmen läßt und mir ein gutes Team zur Verfügung stellt. Da fühle ich mich einfach als Nomade.

Prisma: Wo liegt für sie der Unterschied in der Arbeit in England und Amerika?

Frears: In England ist es düster und neblig, es regnet, die Stimmung ist depressiv. In Kalifornien scheint die Sonne, ich bewege mich unter Palmen, die Menschen sind fröhlich und aufgeschlossen, man begegnet Fremden mit Hilfsbereitschaft und Zuversicht. Das wirkt sich dann auf meine Stimmung aus und mir geht es einfach gut. - Das ist natürlich auch Klischee, aber ein bißchen stimmt das schon.

Prisma: Sie sagten das letzte Mal, sie drehen lieber kleine Filme?

Frears: Zweifellos, aber ich habe nicht viel Erfahrungen mit Big-Budget-Filmen.

Prisma: Wie kamen Sie an das Projekt, das ja eigentlich Scorsese (der Produzent) selbst drehen wollte?

Frears: Scorsese drehte "Good fellas" und bot mir das Buch an. Ich mochte das Script, es ist eine feine Arbeit von Jim Thompson und ich liebe seine Erzählweise. So machte ich das.

Prisma: Haben Sie die Besetzung selbst ausgewählt oder war alles schon vorbereitet?

Frears: Ich habe die Sache übernommen, die Schauspieler zusammengestellt und losgedreht. Scorsese hatte noch nicht mit der Produktionsvorbereitung begonnen. Ich war sehr froh über die Besetzung. Vor allem Angelica Huston ist gewaltig.

Prisma: Das amerikanische Kino verfügt über brillante Schauspieler und sie gehört sicher zu den besten...

Frears: Angelica spielt seit mehr als 20 Jahren, doch in den letzten Jahren ist sie immer faszinierender geworden. Dabei gibt es heute Talente wie Ellen Barkin, Glenn Close, Michelle Pfeiffer, Julia Roberts. Die Frauen sind derzeit viel konturenreicher als die Männer. Vielleicht fällt deshalb ein so unkonventioneller Typ wie Kevin Costner aus dem Rahmen, vielleicht hat er deshalb auch so großen Erfolg.

Zur Filmografie von Stephen Frears
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