Peking im Jahr 1908. Ein drei Jahre alter Junge wird in die verbotene Stadt gebracht. Sein Name ist Pu Yi. Tage später setzt man ihn auf den Drachen-Thron und erklärt ihn zum "Herrn der Zehntausend Jahre", zum "Sohn des Himmels", zum Herrscher über fast die Hälfte der Weltbevölkerung. Pu Yi ist der Kaiser von China - und der einsamste Junge auf Erden. Drei Jahre später wird China zur Republik, die Chi'ing-Dynastie ist gezwungen, abzudanken. Über 3000 Jahre kaiserlicher Herrschaft gehen zu Ende. Beinahe der einzige, der von alledem nichts versteht, ist der kindliche Kaiser. Während die Wogen der modernen Geschichte die Welt um ihn herum verändern, verändert sich das Leben in der Verbotenen Stadt kaum. Pu Yi wächst inmitten hoher Würdenträger, Hofschranzen und 1500 Eunuchen auf. Man behandelt ihn wie einen Gott. Er darf alles tun, außer in der Gegenwart leben oder einen Fuß vor die Tore des Palastes setzen. Mit achtzehn Jahren ist Pu Yi mit zwei Frauen verheiratet, für die er nicht wirklich etwas empfindet. 1924 wird Peking von einem republikanischen Kriegsherren genommen und der junge Kaiser aus der Verbotenen Stadt hinausgeworfen. Mit Hilfe seines Freundes und Tutors, des schottischen Mandarins Sir Reginald Johnston, flieht Pu Yi nach Tientsin. Für einige Jahre genießt er das Leben eines westlichen Playboys, doch schon bald fühlt er, dass er ein Schauspieler ohne Rolle ist. Als 1931 die Japaner die Mandschurei erobern, trifft Pu Yi trifft die Fehlentscheidung seines Lebens: Er akzeptiert die japanische Einladung zur Rückkehr und wird Kaiser von Manchuko. Es ist der Beginn eines Alptraums für ihn, für China und für den Rest der Welt, die sich bald darauf im Krieg befindet ...

Bernardo Bertoluccis monumentales Meisterwerk - nach der Autobiographie des historischen Pu Yi - wurde mit neun Oscars ausgezeichnet - in allen Kategorien, für die der Film nominiert war. Der Film entstand fast ausschließlich an Originalschauplätzen in der Volksrepublik China. Bertolucci und sein Produzent Jeremy Thomas - die ersten westlichen Filmemacher, die einen Film über das moderne China machen durften - brauchten zwei Jahre, bis alle Drehgenehmigungen an bislang verbotenen Orten vorlagen. Im August 1986 begannen in Beijing die Dreharbeiten zu einem der ehrgeizigsten Projekte der Filmgeschichte. Trotz der Verständigungsschwierigkeiten verlief die Zusammenarbeit mit den Chinesen ausgezeichnet. Berater des Films waren - neben vielen Zeitzeugen - der noch lebende ältere Bruder von Pu Yi, Pu Chie, und Li Wenda, die dem Ex-Kaiser half, seine Autobiographie zu schreiben. "Der letzte Kaiser" war Bertoluccis erster Film nach einer selbst auferlegten sechsjährigen Pause, wurde einer seiner besten. Der Film ist in zwei verschiedenen Versionen erschienen: Zum einen als Kinofilm, zum anderen als vierstündige TV-Serie.