Die beiden Teenager Marie und Inga sind die dicksten Freundinnen, gemeinsam teilen sie ihre Sorgen und Wünsche, Hoffnungen und Probleme. Doch die beiden verbindet noch weit mehr, denn sie sind blind und leben in einem Internat für Sehbehinderte. Als sich die beiden Musik begeisterten Mädels entschließen, selbst Musik zu machen, werden sie zunächst enttäuscht. Beim Vorspiel bei einer Rockband kommen sie zwar mit ihren Stücken an, ihnen wird aber die Medientauglichkeit abgestritten. Doch als sie den jungen Herbert kennenlernen, hat das weitreichende Folgen...

Regisseur Bernd Sahling beschäftigte sich bereits in seinen Filmen "Die Rechte der Kinder - Ruhestörung" (1997) und "Gymnasium oder Wir werden sehen" (1998) mit den Problemen sehbehinderter Kinder in unserer Gesellschaft. Dabei griff er auch auf Material zurück, das er in 18 Jahren drehte, als er die blinde Tochter eines befreundeten Ehepaares mit der Kamera begleitete. Mit "Die Blindgänger" legt Sahling nun sein warmherzig inszeniertes Kinofilm-Debüt vor, dass sich Zeit für seine Protagonisten nimmt, sehr auf Stimmung und Atmosphäre setzt und dabei nicht vor Mitleid schreit. Die Hauptdarsteller sind eben einfach Menschen wie du und ich, keine Aussätzigen der Gesellschaft. Getragen wird die Geschichte besonders von den beiden hervorragend aufgelegten Darstellerinnen Ricarda Ramünke und Maria Rother, die sich erst gar nicht groß verstellen mussten: Sie sind auch im realen Leben sehbehindert. "Die Blindgänger" wurde 2004 mit dem Deutschen Filmpreis in Gold ausgezeichnet.

Foto: MFA