Die 1923 in Kiew geborene Swetlana Geier gilt als die bedeutenste Übersetzerin russischer Literatur ins Deutsche. Ihr Lebenswerk hat die rüstige Dame beendet: die Neuübersetzung der fünf großen Romane ("Schuld und Sühne", "Die Dämonen", "Der Jüngling", "Der Bauer Marej", "Der Spieler") von Dostojewskij, die "5 Elefanten" genannt. Als junge Frau arbeitete sie als Dolmetscherin für die Deutschen im besetzten Kiew, verließ die Ukraine 1943 mit den deutschen Truppen und kehrte nie mehr zurück. Zum Ende ihres Lebens hin ist Swetlana Geier jedoch an die Orte ihrer Kindheit und Jugend gereist.

Regisseur Vadim Jendreyko hat die unermüdliche alte Dame auf dieser Reise begleitet. In Fragmenten zeichnet Jendreyko die Erinnerung der Protagonistin auf, Archivbilder spiegeln dabei die Weltgeschichte wider, die Geier selbst miterlebte. Außerdem hat Jendreyko sie in ihrem Alltag beobachtet und zeigt sie bei der literarischen Arbeit. Dabei entstand ein Werk, das von großem Leid erzählt, aber auch von stillen Helfern und unverhofften Chancen - und einer alles überstrahlenden Liebe für Sprache. Swetlana Geier starb am 7. November 2010 im Alter von 87 Jahren in Freiburg.



Foto: Realfiction