Nachdem die PARTEI nicht für die Bundestagswahl 2009 zugelassen wurde, fand das politische Organ der Satire-Zeitschrift "ww.titanic-magazin.de/ Titanic" zumindest mediale Beachtung und musste sich die Vorwürfe "mangelnder Ernsthaftigkeit und fehlenden Partei-Strukturen" gefallen lassen. Denn 20 Jahre nach dem Mauerfall greift die PARTEI zu Zeiten der Wirtschaftskrise "Ummut in den ruinierten westdeutschen Randgebieten über die neuen Bundesländer" auf, zieht Vergleiche ("Die Zone verfügt über die höchste Spaßbaddichte Europas und die ostdeutschen Städte werden mit Designerstraßenbeleuchtung aufgemotzt, während im heruntergewirtschafteten Westen ganze Stadtarchive einstürzen und auf den Schlagloch übersäten Straßen das Unkraut sprießt") und stellt Forderungen wie etwa den Wiederabriss der Dresdner Frauenkirche.

Parteifreund und Regisseur Andreas Coerper stellte den Parteivorsitzenden Satiriker Martin Sonneborn bereits in "Heimatkunde" vor. Diesmal fügte er beachtliches Doku-Material vom Wahl- und Überlebenskampf der PARTEI zusammen und kombinierte das Ganze Guido-Knopp-mäßig mit lahmen Zeitzeugen-Interviews. Der Nachwuchs-Regisseur hat alle Aktionen der PARTEI mit der Kamera begleitet: von der Parteigründung 2004 über den Reichsparteitag in Nürnberg bis zum "Staatsbesuch" von 25 PARTEI-Mitgliedern bei der Georgischen Arbeiterpartei im georgischen Tiflis (mit Kranzniederlegung, Kniefall und offizieller Entschuldigung für den Bruch des Hitler-Stalin-Paktes). Nicht alles ist spektakulärer, aber wie hier der politische Alltag als Farce entlarvt wird, ist stets hintersinnig und witzig. Ein wahres Fest für Satire-Freunde!

Foto: Andreas Coerper