Nachdem Jesus von Nazareth von Judas an die Römer verraten wurde, wird er verhaftet. In nur wenigen Stunden weicht auch Pontius Pilatus dem Druck der Pharisäer und der aufgebrachten Massen und verurteilt Jesus zum Tode. Von Römern gefoltert, tritt Jesus seinen letzten qualvollen Weg zur Kreuzigung nach Golgatha auf.

Dass eine Kreuzigung keinesfalls so witzig ist wie uns die Komiker der Monty Python-Truppe in "Das Leben des Brian" weismachen wollten, ist wohl jedem klar. Wie blutig und martialisch es dabei zuging, wird bei Mel Gibsons dritter, kontrovers diskutierter Regiearbeit allerdings überdeutlich. Nach dem Evangelium von Matthäus erzählt Gibson die letzten Stunden im irdischen Leben Christi. Fernab jeglicher bunter Ikonendarstellung kam es dem Regisseur wohl auf möglichst hohe Authentizität an: Jesus und die Seinen sprechen im Film Aramäisch, die Römer ein Gossen-Latein. Doch darüber hinaus hat Gibson offenbar auch nicht vergessen, dass dies immer noch ein Hollywood-Film ist. So könnte man etwa die Bilder, in denen Satan (dargestellt von Adriano Celentanos Tochter) Jesus zu beeinflussen sucht, durchaus als ein Zugeständnis an das "Akte X"-verwöhnte Mystery-Publikum verstehen. Mit der extremen Gewaltdarstellung will Gibson noch einmal verdeutlichen, welche Leiden Jesus tatsächlich auf sich genommen hat. Dabei wird klar: Jesus muss Gottes Sohn sein, denn kein Mensch verfügt über 100 Liter Blut im Körper. Trotz vieler Unstimmigkeiten und Brutalitäten hat dieses Werk durchaus Schauwert. Spannend hingegen ist der Film nie, denn schließlich wissen fast alle wie die Geschichte ausgeht.

Foto: Constantin