Im Januar 1947 entdeckt man in Los Angeles die zweigeteilte Leiche von Elizabeth Short, die man später wegen ihrer Vorliebe für schwarze Kleidung "Black Dahlia" nannte. Die beiden Cops Bucky Bleichert und Lee Blanchard - nach einem Boxkampf gegeneinander mittlerweile gut befreundet - sollen den Fall untersuchen. Eine nicht unwesentliche Rolle bei ihrer Freundschaft spielt das ehemalige Gangsterliebchen Kay. Doch Bleichert lernt im Laufe der Ermittlungen die mysteriöse Madeleine Linscott kennen und lässt sich mit ihr ein, nicht ahnend, welche Rolle ihre Familie bei dem "Black Dahlia"-Fall spielt...

Nach Curtis Hansons brillantem "L.A. Confidential" ist dies eine weitere Verfilmung aus James Ellroys Vierziger/Fünfziger-Jahre- L.A.-Zyklus. Ausgangspunkt bildet der authentische, bis heute offiziell nicht aufgeklärte Mordfall, der seinerzeit die Skandalblätter füllte (Filme wie "Gefährliche Beichte" beschäftigen sich auch damit - kommen aber zu einem anderen Ergebnis). Brian De Palma gelang es zwar weitestgehend, jene Zeit wieder aufleben zu lassen, hat es aber bei aller Dekor-, Kostüm- und Kamera-Sorgfalt unterlassen, den Grundton von Ellroys Erzählungen zu treffen. Ausgerechnet jene Szene, die so nicht in der Vorlage zu finden ist (der Mord an Blanchard), ist der einzige Moment, der die dunkle Seite der Vorlage halbwegs trifft. Ansonsten gelang es in keiner Weise, die komplexe Geschichte in den Griff zu bekommen. Da hätte man noch radikaler (etwa wie bei "L.A. Confidential") ganze Handlungsstränge streichen müssen. So bleibt das Ganze zwar ein gut besetzter, den Zeitkolorit halbwegs treffender, bunter Streifen, mit der Vorlage indes hat er nicht mehr allzu viel zu tun. Interessant am Rande: Für Ellroy hatte der Short-Fall eine besondere Faszination, weil auch seine Mutter ermordet wurde. Während um die Ermordung der Short in der Gerüchteküche sowohl ein namhafter Hollywood-Mogul ebenso wie der Filmemacher Orson Welles als mögliche Täter genannt wurden, ist es heute relativ wahrscheinlich, dass ein Chirurg der Täter war. Dessen Sohn (ein Polizist) hat im Nachlass des Vater eindeutige Hinweise gefunden: Dieser hatte ein Verhältnis mit der Short und setzte sich nach dem Mord und den damit verbundenen medialen Wirbel auf die Philippinen ab. Auf sein Konto gehen vermutlich weitere Morde.

Foto: Warner