Nach tagelanger Beweisaufnahme soll eine zwölfköpfige amerikanische Jury ihr Urteil über einen 18-jährigen Angeklagten fällen, der des Vatermordes beschuldigt wird. Der Fall scheint klar zu sein, es gibt sogar eine Augenzeugin, und der junge Mann ist bereits des öfteren der Polizei aufgefallen. Doch er bestreitet die Tat.

In ungemein dichter Regie inszenierte Sidney Lumet sein vielfach preisgekröntes Kino-Debüt, für das er 1957 in Berlin den Goldenen Bären als bester Regisseur erhielt. Henry Fonda steht als Geschworener Nr. 8 an der Spitze eines glänzendes Ensembles. Ein eindrucksvolles Plädoyer für die faire Wahrheitsfindung. Lumet führte vor Augen, was passiert, wenn Gedankenlosigkeit in der Justiz vorherrscht, Henry Fonda hatte übrigens zuvor eine TV-Inszenierung von "Die zwölf Geschworenen" gesehen und sich danach gleich mit Lumet zusammengesetzt, um die Kino-Version zu besprechen. 1997 inszenierte Regisseur William Friedkin ein ebenso gelungenes Die zwölf Geschworenen mit George C. Scott, Jack Lemmon und Armin Mueller-Stahl in den Hauptrollen.

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