Nach dem frühen Tod seiner Frau Laura steht David mit seiner kleinen Tochter Lucie alleine da. Schon Lauras tragische Krankheit hat an Davids Nerven gezerrt, doch ihr Tod erschüttert ihn vollends. Lauras ebenso bestürzte Freundin Claire fühlt sich verpflichtet, David unter die Arme zu greifen und bei seinen Vaterpflichten beizustehen, wann immer es geht.

Der trauernde Witwer allerdings versucht, sein Leid zu kompensieren, indem er in Lauras Kleider schlüpft, eine Perücke trägt und so der Tochter auch Mutter sein will. Denn insgeheim hatte David stets eine starke feminine Seite, die er nun heimlich ausleben will.

Doch ausgerechnet Claire erwischt ihn in Frauenkleidern. Von Davids seltsamen Wandel zunächst irritiert, bekräftigt sie ihn aber bald, sich mehr und mehr nach draußen zu wagen. Von der überaus sensiblen Seite Davids und der damit verbundenen Geheimniskrämerei angetan, verliebt sich Claire in David ...

Charaktere bleiben erschreckend fremd

Auch wenn die Darsteller ihre Sache durchaus gut machen und der renommierte Regisseur François Ozon ("Unter dem Sand", "8 Frauen", "Swimming Pool") halbwegs sensibel an die Geschichte herangeht und die Figuren ernst nimmt, bleiben einem die Charaktere aber dennoch erschreckend fremd.

Ozon verzichtet zwar weitestgehend auf Albernheiten á la "Charlies Tante", kommt aber nicht an der Tatsache vorbei, dass Männer in Frauenkleidern in der Regel eher zum Fremdschämen anhalten, denn sich mit deren seelischen Innenleben zu beschäftigen. Zumal das auch bei dieser Betrachtung einer spießbürgerlichen Nachbarschaft außen vor bleibt.

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