Vom asthmatischen Rebellenführer zum kolumbianischen Drogenbaron: "Oscar"-Preisträger Benicio Del Toro ("Traffic - Macht des Kartells") verkörpert nach dem zweiteiligen Biopic "Che"  erneut eine reale Person - den Drogenboss Pablo Escobar. Die Handlung setzt 1991 in Kolumbien ein: Aus der Perspektive des jungen Nick (Josh Hutcherson) erfahren die Zuschauer in Rückblenden, was sich bis zu diesem Zeitpunkt zugetragen hat. Er war vor einigen Jahren an die kolumbianische Küste gekommen, um dort mit einem Freund eine Surfschule zu errichten. Nick verliebte sich in Maria (Claudia Traisac), die Nichte des Drogenkartell-Bosses Escobar. Mit der Zeit ließ er sich in die dunklen Geschäfte des kriminellen Onkels mit der nach außen hin weißen Weste hineinziehen.

Außergewöhnliche Mischung
 
Mit ebensolcher Präsenz wie er Che Guevara spielte, gibt Del Toro dem charismatischen Escobar ein Gesicht. Das Ungewöhnliche an diesem Regiedebüt von Andrea Di Stefano ist der Genre-Mix: Statt einer klassischen Biografie, die alle Stationen des Antihelden nachzeichnet, kombiniert der Schauspieler Versatzstücke eines Lebenslauf-Abschnittes mit einer Liebesgeschichte, Thriller-Momenten sowie Surfer-Bildern und vermengt Realität mit Fiktion. Womöglich erreicht er mit dieser Mischung ein breiteres Publikum. Für Del Toro könnte mit dieser starken Leistung eine weitere "Oscar"-Nominierung drin sein, Ko-Star Josh Hutcherson ("Die Tribute von Panem - The Hunger Games") nimmt man den zunächst unbedarften jungen Mann sehr leicht ab.
 
Sehen Sie hier den Trailer zum Film: