Alljährlich werden in Panem, der elitären Hauptstadt des ehemaligen Nordamerikas, die 'Hunger Games' ausgetragen. Dabei handelt es sich um ein massenmediales Ereignis, das ausschließlich der Unterhaltung und Belustigung der Oberklasse dient. Auserkoren werden jeweils ein Junge und ein Mädchen zwischen 12 und 18 Jahren, die für ihren jeweiligen Distrikt an den Spielen teilnehmen müssen. Katniss Everdeen nimmt die Stelle ihrer kleinen Schwester Primrose ein und zieht gemeinsam mit dem Bäckerjungen Peeta, der seit Jahren in Katniss verliebt ist, für ihren Distrikt 12 in die Arena ein. Die Spiele sind tatsächlich eine Show um Leben und Tod - denn nur ein Tribut kann am Ende überleben. Die mutige Katniss ist mit scharfen Instinkten ausgestattet, die ihr beim Kampf ums Überleben zugutekommen ...

Gary Ross, bisher mit starken Werken wie ("Pleasantville - Zu schön um wahr zu sein" und "Seabiscuit - Mit dem Willen zum Erfolg") in Erscheinung getreten, inszenierte den ersten Teil der Bestseller-Trilogie unter seinem Niveau. Suzanne Collins, Autorin der Vorlage, ließ es sich nicht nehmen, selbst an dem Drehbuch mitzuwirken, was dem Film hinsichtlich der massiven Kürzungen des actiongeladenen Inhaltes nur zugutekommt. Obwohl die Story auf ein 140-minütiges Kinoformat gekürzt werden und viele Textpassagen dem Rotstift zum Opfer fallen mussten, erschließt sich die Erzählung auch dem 'unbelesenen' Zuschauer. Die anfangs extrem anstrengende und hektische Kameraführung von Tom Stern beruhigt sich glücklicherweise im Laufe des Films etwas, so dass die mitunter fulminante und detailreiche Bildsprache und die extravagante Köstumgestaltung besser zur Geltung kommt. Entgegen der bisherigen Jugendbuch-Verfilmungen ("Harry Potter und der Stein der Weisen", "Twilight - Biss zum Morgengrauen") bietet der Film neben brutaler Action und einer 'inszenierten' Liebesgeschichte auch eine gesellschaftskritische Ebene, was dem Film etwas Tiefe verleiht und auf gesellschaftliche Missstände aufmerksam macht. Allerdings ist die brutale und gewaltverherrlichende Darstellung nichts für schwache Nerven. Wenn Kinder sich schonungslos und blutrünstig gegenseitig abmetzeln, kann man sich schon fragen, ob eine FSK 12 gerechtfertigt ist. Sicher ist jedoch, dass die guten Jungdarsteller Jennifer Lawrence und Josh Hutcherson wie ihre Vorgänger à la Emma Watson und Robert Pattinson einen neuen Star-Hype auslösen werden.