Franz Biberkopf, als "Fox, der tönende Kopf" eine Schaubudenattraktion, aber jetzt arbeitslos, glaubt fest an seinen Lottogewinn. Um den Einsatz zu finanzieren, tut er alles. Tatsächlich gewinnt Franz eine halbe Million. Jetzt will er Unternehmer werden. In den feinen homosexuellen Kreisen, in die er durch Vermittlung des Kunst- und Antiquitätenhändlers Max geraten ist, lernt er Eugen kennen, den hochnäsigen Sohn einer bankrotten Unternehmerfamilie. Die beiden verlieben sich und nehmen zusammen eine Wohnung, die Eugen einrichtet und Franz bezahlt. Eugen übernimmt die "Erziehung" von Franz in Sachen Mode, Sprache und Kultur. Aber die Klassenunterschiede zwischen den beiden hebt das nicht auf ...

Rainer Werner Fassbinder setzt Rainer Werner Fassbinder in Szene. Die bittere wie gesellschaftskritische Geschichte über die Ausbeutung von Gefühlen und Finanzen am Beispiel eines Mannes, dessen Liebe zu einem Rummelplatzartisten bald nachlässt, weil ihm die Klassen- und Bildungsunterschiede zu groß erscheinen, spielt im Homosexuellenmilieu und schwankt zwischen Melodram und ironischer Dialektik. Hinter der Kamera stand einmal mehr Michael Ballhaus. Der aus Bad Segeberg stammende, langjährige Fassbinder-Schauspieler Peter Chatel (er drehte mit ihm sieben Filme) starb 1986 im Alter von nur 42 Jahren an der Immunschwäche Aids. Dies ist nicht nur eines der kömödiantischsten (auch wenn die Geschichte nicht danach klingt), sondern auch eines der persönlichsten Werke des großen deutschen Filmemachers.

Foto: Kinowelt