Ein kleines Dorf in der Nähe von Neapel: Carmela hat es sich in ihren Dickkopf gesetzt, Antonio zu heiraten. Den Sturschädel hat sie von ihrem Vater geerbt, der sich ebenso standhaft weigert, einer Heirat mit einem daher Gelaufenen zuzustimmen. Denn Carmelas Auserwählter Antonio hat vom Limonadenabfüller, über Busfahrer bis hin zum Filmvorführer so ziemlich alles durch, um seine Mutter und seine Schwestern zu ernähren. Noch dazu fehlt es ihm nicht an Einfallsreichtum, um Carmelas Vater doch noch herum zu kriegen ...

Nach "Unter der Sonne von Rom" und "Es ist Frühling" ist dies der dritte und letzte Teil von Renato Castellanis in neorealistischer Tradition gedrehter "Trilogie junge Liebe", für die später der Begriff des "neorealismo rosa", also einer abgeschwächten Version des Neorealismus, prägte. Einmal mehr überzeugt Castellani hier mit einem gehörigen Schuss Ironie, gelungener Figuren- und Milieuzeichnung, in der Hauptrolle des ansonsten mit Laiendarstellern gedrehten Melodrams ist der italienische Publikumsliebling Maria Fiore (1935-2004, "Ein Sonntag in Rom") zu bewundern. Beim Cannes Filmfestival wurde "Für zwei Sechser Hoffnung" neben Orson Welles' "Orson Welles' Othello" mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet.

Foto: ARD/Degeto