Das Ruhrgebiet war in den vergangenen Jahrzehnten einem massiven Strukturwandel ausgesetzt. Ausgedehnte Flächen, auf denen früher Hochöfen, Kokereien oder Stahlwerke Tag und Nacht in Betrieb waren, stehen mittlerweile leer und prägen die Stadtbilder. Die Bevölkerungszahlen gehen zurück, Menschen werden älter und die Gemeinschaft bunter. Auch den alten Dortmunder Arbeiterstadtteil Hörde ereilte mit Arbeitslosigkeit, städtebaulichem Verfall und allgemeiner Perspektivlosigkeit das Schicksal vieler ehemaliger Industriestandorte in Europa und Nordamerika.

Eine Idee ist geboren

Doch einige Bürger von Hörde haben sich gegen die sich breitmachende Lethargie gestellt. Denn nach dem Ende der Stahlindustrie begannen Männer und Frauen aus den Planungsstäben der Stadt mit der Planung einer möglicherweise zukunftsweisenden Vision: Die Stichworte lauten jetzt Freizeit und Erholung, Dienstleistungsgesellschaft und mediterranes Flair. Rund um einen künstlichen See soll ein nobles Villenviertel entstehen. Eine Idee ist geboren, die den Menschen eine nachhaltige Zukunft bieten soll.

Kein bis dato typisches Ruhrgebietsszenario ist in den Plänen und Köpfen der PHOENIX See Entwicklungsgesellschaft mehr vorgesehen. Stattdessen soll ein harmonisches Nebeneinander von hochwertiger Wohnbebauung und renaturierter Landschaft entstehen, in der Freizeit und Arbeiten keinen Gegensatz bilden …

Entwicklungs-Prozess fünf Jahre lang begleitet

Das Filmemacher-Duo Ulrike Franke und Michael Loeken (Grimme-Preis für "Losers and Winners") hat diesen Entwicklungs-Prozess fünf Jahre lang mit der Kamera begleitet - von den ersten Sitzungen der Projektentwickler bis zur feierlichen Eröffnung und darüber hinaus. Sie zeigen nicht nur, wie das einstige Stahlwerk einem See gewichen ist, sondern stellen Planer und Anwohner, Visionäre und Zweifler vor, die von dem Projekt betroffen sind. Denn der Strukturwandel und die Renaturierung hat natürlich nicht nur Freunde, denn viele der alteingesessenen Anwohner werden sich den neuen, idyllisch am See gelegenen Wohnraum nicht leisten können. Sie leben nach wie vor in alten, von jahrzehntelanger Umweltverschmutzung, Abgasen, Staub und Dreck geprägten Straßenzügen oberhalb des Sees.

So steht und fällt das große Ziel eines lebenswerten Stadtteils mit der Entwicklung der angrenzenden Wohngebiete, die aufgewertet und sozial stabilisiert werden müssen. Ob dies gelingt, wird erst die Zukunft zeigen.